Trägerschaft durch Verein wird geprüft

  • vonConstantin Hoppe
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Hüttenberg (con). Eine Bauträgerschaft beim Hallenbadverein? Diesen Vorschlag zum Neubau des Hüttenberger Hallenbades machte die Fraktion der Freien Wähler in der Gemeindevertretung am Montagabend.

»Man sollte prüfen, vor allem mit Blick auf die finanzielle Situation und die Mehrbelastung durch eine solche Bauträgerschaft, ob nicht der Hallenbadverein diese übernehmen kann«, erklärte Norbert Lang von der FWG. »Selbstverständlich mit entsprechender Unterstützung durch die Kommune.«

Ein Antrag der bei den übrigen Fraktionen jedoch auf wenig Zustimmung - letztlich aber einen Kompromiss - stieß. »Zuerst tritt man dem Trägerverein mit dem Bürgerbegehren so richtig gegen das Schienbein, und dann will man ihm die Bauträgerschaft zuschieben«, erklärte Dierk Rink von den Grünen. »Der Trägerverein ist wahrscheinlich weder finanziell, noch von den personellen Kapazitäten her in der Lage, ein solches Projekt zu stemmen.«

Klaus Schultze-Rhonhoff (CDU) kritisierte, dass ein solcher Antrag in keiner der vergangenen Sitzungen kommuniziert wurde und dass keinerlei Gespräche mit dem Trägerverein geführt wurden.

Volker Breustedt (SPD) fügte hinzu: »Wenn ich einen Neubau verhindern will, dann stelle ich einen Antrag, dass einfach jemand anderem zuzuschieben, der das gar nicht stemmen kann.« Er sah den Grund für den Antrag eher in der bevorstehenden Kommunalwahl.

Vorwurf der Verzögerung

»Wir hatten niemals vor, irgendjemandem gegen das Schienbein zu treten«, entgegnete Lang. Schließlich wurde ein Kompromiss gefunden. Die Prüfung über eine private Trägerschaft soll nun der Teilprojektgruppe des Hallenbadneubaus, die sich mit der Organisation des Badbetriebs befasst, zur Beratung vorgelegt werden. Dafür sprach sich die Mehrheit der Gemeindevertreter aus.

Ähnlich soll auch mit einem weiteren Antrag der FWG-Fraktion verfahren werden. Bei Recherchen stieß die Fraktion auf eine standardisierte Bauweise für Hallenbäder, die bereits in den Niederlanden angewandt wurde. Dadurch könnten sich unter Umständen Kosten einsparen lassen. Ein entsprechender Prüfantrag wurde am Montag eingebracht.

Auch dieser Antrag blieb nicht kritiklos, wurde aber schließlich mehrheitlich in die zuständige Teilprojektgruppe zur Beratung verschoben. »Ein paar Tage vor der Wahl denkt die FWG, man könnte mit solchen Anträgen und einer Verzögerungstaktik nochmal auf Stimmenfang gehen«, kommentierte Sozialdemokrat Breustedt - was zu einigen wütenden Zwischenrufen der FWG-Fraktion führte.

Beschlossen wurde in der Sitzung noch der nächste Schritt für den Neubau des Bades. Wie bereits in der vergangenen Zusammenkunft des Bau- und Verkehrsausschuss beraten, wurden mittlerweile die Leitlinien erstellt, nach denen eine Machbarkeitsstudie erstellt werden kann. Hierzu kam es bei einer Enthaltung zu einem einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung.

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