"Tracing-App unverzichtbar"

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Die Grünen im Landkreis Gießen kritisieren, dass es noch immer keine Tracing-App zur Nachverfolgung von Corona-Fällen in Deutschland gibt. "Es ist völlig unverständlich, wieso ein Hochtechnologieland seit drei Monaten an einer Tracing-App bastelt", schreiben Christian Zuckermann und Klaus-Dieter Grothe, die Fraktionsvorsitzenden der Grünen in Kreis und Stadt, in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Schon im März sei von den verantwortlichen Stellen im Bund darauf hingewiesen worden, dass nur mit einer App weitere Lockerungsschritte verantwortbar seien. "Aber jetzt hört man nichts mehr davon", bemängelt die Grünen-Spitze. Zuckermann und Grothe nennen die Situation "völlig unverantwortlich."

Mehr Personal für Gesundheitsamt

"Die Tracing-App ist unverzichtbar", sagen sie weiter und verweisen auf das Beispiel Island, wo seit Ende März eine Tracing-App genutzt wird. Inzwischen hätten 40 Prozent der Isländer die App installiert. Auch deshalb seien die Infektionszahlen auf Null gesenkt worden.

Die Forderung der Grünen deckt sich mit der Einschätzung des hiesigen Gesundheitsamtes. Für jenes Amt, so das Ergebnis einer von den Grünen initiierten Befragung des Kreisausschusses, ist zwar eine sachgerechte Personalaufstockung vorgesehen. Immerhin kommt dem Gesundheitsamt bei der Pandemiebekämpfung eine wichtige Rolle zu, da es jedem Einzelfall nachgehen und alle Infektionsketten nachverfolgen muss.

Allerdings, und das ist die Krux, ist das Amt bei der Nachverfolgung auf das Erinnerungsvermögen der Infizierten angewiesen. Trotz der weiter niedrigen Infektionszahlen im Landkreis ist daher eine komplette Nachverfolgung nicht immer möglich.

Neben vermehrten Tests auch bei Nichtinfizierten, für die schnell gesetzliche Grundlagen geschaffen werden müssen, würde nach Ansicht des Gesundheitsamtes vor allem die Verwendung einer weit verbreiteten Tracing-App eine deutlich schnellere Nachverfolgung ermöglichen. Nur so könnten weitere Lockerungen verantwortet werden.

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