Blick auf die Laubach-Seite des neuen gemeinsamen Internetauftritts, mit dem die vier Ostkreiskommunen um Touristen werben. FOTO: PM
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Blick auf die Laubach-Seite des neuen gemeinsamen Internetauftritts, mit dem die vier Ostkreiskommunen um Touristen werben. FOTO: PM

Touristiker gehen gemeinsam online

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Die Kräfte bündeln, um den Fremdenverkehr weiter voranzubringen. Darum geht es bei der neuen gemeinsamen Website der Städte Lich, Laubach, Grünberg und Hungen. Mit der Kooperation im digitalen Marketing verbinden sie auch die Hoffnung, vom Trend zum Urlaub in Deutschland zu profitieren.

Schon vor bald 20 Jahren haben sich Lich, Laubach, Grünberg und Hungen unter dem Label "Westlicher Vogelsberg" zusammengefunden. Aller Ziel: sich als "Mini-Destination" für Tagesausflüge und vor allem Kurzurlauber bekannter machen. Dem soll nun auch - neben den herkömmlichen Wegen wie Messebesuchen und Prospektwerbung - die neue gemeinsame Internetseite dienen.

Bald drei Jahre sind seit den ersten Überlegungen der Touristiker vergangen, am Montag wird es soweit sein, geht die Website online.

Den virtuellen Besucher erwartet eine Fülle an Informationen über das Urlaubsziel "Westlicher Vogelsberg". Ob Aufnahmen von den historischen Ortskernen, alle vier mit Fachwerkkleinoden reich gesegnet, ob interaktive Karten für Wanderungen durch eine unberührte Natur und entlang kulturhistorischer Stätten, ob Tipps zu Veranstaltungen, Museumsbesuchen oder einer Übernachtung an solch außergewöhnlichen Orten wie einem Schäferwagen - eine Vielzahl an Interessen poenzieller Gäste wird bedient. Alles in der Hoffnung, es möge nicht bei der virtuellen Visite bleiben.

Für Laubachs Bürgermeister Peter Klug ist die Plattform ein "weiterer Schritt weg vom Kirchturmdenken". Alle vier Städte für sich könnten mit kulturhistorischen Highlights aufwarten, um nur ein Argument für einen Besuch zu nennen. Die gemeinsame Präsentation der jeweiligen Portfolios aber bringe für alle einen Mehrwert: "Mit der größeren Vielfalt an touristischen Angeboten erhöhen wir unsere Attraktivität, schaffen eine wesentliche größere Außenwirkung." Dass die vier Kommunen rund die Hälfte aller Übernachtungen im Landkreis generierten, diesen Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs fügte Klug hinzu.

Lohnende Investitionen

Gemeinsam mit den Bürgermeisterkollegen Frank Ide (Grünberg), Rainer Wengorsch (Hungen) und Dr. Julien Neubert (Lich) sowie den Touristikern der vier Städte stellte Klug die Website im Laubacher Rathaus vor. Als "gelungene Einladung", die Region kennenzulernen, lobte Christine Diepolder den neuen Internetauftritt. "Wichtig ist die einhergehende eigenständige Präsentation statt der Verquickung mit Hinweisen auf Müllabfuhrtermine und anderes auf der Website einer Gemeinde", meinte Laubachs ehrenamtliche Kulturdezernentin.

Wie Diepolder sah auch Grünbergs Rathauschef Ide die Chancen, die aus dem Klimawandel und der Corona-Krise für den Fremdenverkehr hierzulande erwachsen. Dass gerade an Wochenenden mehr Gäste durch die Gassen der Gallusstadt schlenderten, hat er beobachtet. Diesen Trend bestätigten die Fachgebietsleiter Johanna Lang (Grünberg), Christine Agel (Lich), Ulrike Haupt (Hungen) sowie Markus Stiehl, Regina Keil und Diana Franz (Laubach) unisono: "Die Prospektständer sind jetzt ganz schnell leer."

Hungens Verwaltungschef Rainer Wengorsch rechnet auch mit einem gewandelten Freizeit- und Urlaubsverhalten als "Kriseneffekt". Insbesondere aber erwartet er eine steigende Nachfrage nach naturgebundener Erholung, gerade bei Menschen aus dem Raum Frankfurt. Doch mahnte er zugleich, sich nicht auf die Attraktivität der hiesigen "Mini-Destination" zu verlassen. "Es braucht die weitere Vernetzung, mit dem Hohen Vogelsberg und der Lahn-Region."

Die E-Bike-Route "Römer, Residenzen, Reformatoren", das zur Pilgerherberge ausgebaute Ober-Bessinger Torhaus, der Wander- und Radwegebau - nur drei Beispiele für teils teure Investitionen in den Ausbau touristischer Infrastruktur. Dass davon aber nicht nur Gäste, sondern auch die Bürger vor Ort profitieren, bat Lichs Bürgermeister Neubert zu beachten. Mit der jüngsten Ausweitung der Kooperation ins World Wide Web, so seine Erwartung, werde auch der Stellenwert des Tourismus stärker ins Bewusstsein der Einheimischen gerückt.

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