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Holzbrandkeramik von Karl-Heinz Till aus Rabenau.

Töpfereien öffnen ihre Türen

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Gießen (pm). Das hat Tradition: Immer am zweiten Märzwochenende öffnen über 500 Töpferei-Werkstätten und Ateliers bundesweit ihre Türen, knapp 40 in Hessen - mit dabei sind auch einige im Gießener Land. Neuerung in diesem Jahr: Ein Besuch ist aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Jedes Stück ist ein Unikat

Mit dem bereits 16. »Tag der offenen Töpferei« bieten alle teilnehmenden Keramiker den Besuchern die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen einer Töpferei zu schauen, Fragen zu stellen, mitzumachen oder bei Vorführungen Interessantes über das vielfältige Material Ton zu lernen. Jede der teilnehmenden Werkstätten bietet zudem etwas Individuelles an: Vorführungen verschiedener Techniken oder einer speziellen Brennweise, Mitmachaktionen für Groß und Klein oder Werkstattführungen bei Kaffee und Kuchen.

Vom klassisch eleganten Geschirr bis zu modernen Skulpturen, von Gartenkeramik bis zum Kachelofen für das gehobene Ambiente reicht die Palette der keramischen Erzeugnisse der Ateliers. Dabei geht es nicht nur um das fertige Produkt. Am kommenden Wochenende können Interessierte jeweils von 10 bis 18 Uhr Keramik live erleben und erfahren, wie Tassen, Schalen oder Figuren aus einem Klumpen Ton entstehen.

Ob traditionell oder modern, gedrehte Gebrauchskeramik oder aufgebaute Skulpturen, gefertigt aus Irdenware, Steinzeug oder Porzellan, gebrannt im Holzfeuer, Gas- oder Elektroofen: All das ist Keramik, wird in Hessen hergestellt.

Im Hofgut Appenborn, an der Landesstraße zwischen Rabenau und Weitershain gelegen, zeigt Karl-Heinz Till neue Arbeiten: Gefäße und Objekte aus dem Holzbrennofen.

Objekte direkt aus dem Brennofen

Am Samstag können Besucher vor Ort erleben, wie Till im selbst gebauten holzbefeuerten Brennofen seine frei aufgebauten Gefäße und Objekte bei einer Temperatur von annähernd 1400 Grad brennt. Aschanflugglasuren und Salz, das zum Brandende in den Ofen gegeben wird, prägen die Oberfläche der Arbeiten. So wird jedes Stück zum Unikat und der Vorgang des Brennens zum originären Bestandteil von Tills Arbeiten.

Die Brandführung, das Platzieren der Gefäße im Ofen und die Dauer des Brandes sowie die Auswahl der Holzarten bestimmen ganz wesentlich den Charakter der Arbeiten. »Sind die Gefäße durchaus zum Gebrauch bestimmt, so entstehen die Objekte bedingungslos, keiner Funktion gehorchend«, erklärt Till.

Am Samstag und am Sonntag ist auch die Galerie auf dem Hofgut Appenborn geöffnet. Dort kann man dann die im Holzofen gebrannten Arbeiten sehen.

Einen Lageplan mit allen teilnehmenden Werkstätten und Aktionen gibt es unter www.tag-der-offenen-toepferei.de. Dort sind auch Informationen zu den jeweiligen Anmeldeformalitäten zu erhalten. Der »Tag der offenen Töpferei« wird in Hessen von der Landesinnung des Keramikerhandwerks veranstaltet (weitere Informationen dazu gibt es unter www.keramik-hessen.de).

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