Tierschutz ohne Grenzen

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Misshandelte Tiere retten und ihnen ein besseres Leben bieten – das will der Lindener Verein Tierhilfe Pfotentraum. Die Tierschützer unterstützen vor allem Projekte in Osteuropa. Um ihre Schützlinge auch im Winter mit ausreichend Futter versorgen zu können, nimmt die Tierhilfe an einem Spendenmarathon teil.

Kleine und große Hunde kommen freudig an den Zaun des Auslaufs gelaufen. Sie wedeln mit dem Schwanz und bellen zur Begrüßung. Im Gehege nebenan bekommen die Wildschweine ihr Frühstück. Als Nächstes sind die Kaninchen dran. In einem Stallkomplex sind Ponys und Pferde untergebracht. Die Tiere scheinen zufrieden und entspannt. Doch das war nicht immer so. Die meisten von ihnen wurden vernachlässigt, verletzt, misshandelt oder gequält, bevor sie auf dem Hof von Krisztina Fedak im ungarischen Örtchen Tordas Zuflucht fanden.

In Ungarn haben Tiere einen anderen Stellenwert als hierzulande. Gerade im ländlichen Raum werden sie vor allem nach ihrem Nutzen beurteilt. Nutzlose Tiere werden weggegeben oder getötet. Vor diesem Schicksal möchte Fedak so viele Tiere wie möglich retten. Unterstützung erhält sie dabei von dem Lindener Verein Tierhilfe Pfotentraum.

Der vor drei Jahren gegründete Verein hat sich dem Tierschutz verschrieben. Helfen wollen die Vorstandsvorsitzenden und Gründungsmitglieder Sigrid Werry, Christiane Westerburg und Carina Altenwirth vor allem in Osteuropa, denn Tierschutz hört für sie nicht an der Grenze auf. Partnerstationen gibt es in Bosnien, Ungarn und der Slowakei. Auch der "TordasZoo" von Krisztina Fedak gehört dazu. Gemeinsam mit der ungarischen Tierschützerin nimmt der Lindener Verein an einem Spendenmarathon teil. Der wird organisiert vom Tierschutz-Shop, einer Spendenplattform für Tiernahrung. Dabei packen Tierfreunde zu Weihnachten virtuelle Päckchen mit Futter. Mittels einer Wunschliste, die die teilnehmenden Vereine erstellt haben, bekommen alle genau das, was sie am dringendsten benötigen. Pfotentraum wurde als einer von 30 Vereinen ausgewählt, die sich beteiligen dürfen. Ziel ist es, insgesamt 30 000 Pakete zu sammeln.

"In Ungarn gelten Tiere primär als Gebrauchsgegenstand", erklärt Christiane Westerburg, 2. Vorsitzende der Tierhilfe. "Viele Hunde und Katzen leben auf der Straße, sind nicht kastriert und vermehren sich stark. Doch die Welpen überleben meistens nicht." Tierheime dort seien überfüllt, es mangele an Hygiene, viele Vierbeiner landeten in sogenannten Tötungsstationen. Fedak kann einigen Tieren dieses Schicksal ersparen. Regelmäßig holt sie Hunde aus den Tötungsstationen auf ihren Hof. Dort erhalten sie medizinische Versorgung, werden geimpft und kastriert.

Fedak versucht aber auch, grundsätzlich etwas am Verhalten der Menschen und ihrer Einstellung gegenüber den Tieren zu ändern. Sie besucht Schulen und Kindergärten, bietet Ferienlager und Unterricht an. Westerburg hat Fedak besucht und bei ihrer Arbeit unterstützt. Das ist nicht immer einfach. "Man kann nicht vor jedem Zwinger stehen bleiben, sonst lassen einen die Hunde nicht mehr los."

Neben der Hilfe vor Ort und dem Sammeln von Spenden vermittelt Pfotentraum jedes Jahr zwischen 100 und 150 Hunde nach Deutschland. Wer einen Vierbeiner aus Osteuropa aufnehmen will, muss unter anderem Angaben zu Wohn- und Familiensituation, Job und Freizeit machen. "Wir brauchen detaillierte Informationen über die zukünftigen Besitzer", erklärt Westerburg, "nur so können wir beurteilen, ob Hund und Mensch zueinanderpassen." Nach der Bewerbung findet eine persönliche Vorkontrolle durch einen Mitarbeiter des Vereins oder einen Kollegen aus dem Tierschutz statt.

Wenn alles passt, wird ein Tierschutzvertrag abgeschlossen und eine Schutzgebühr von 350 Euro fällig. "Wenn der Hund bereits in einer Pflegestation in Deutschland ist, können sich Hund und Besitzer schon im Vorfeld kennenlernen, ansonsten kommt der Hund beim nächsten Transport mit nach Deutschland."

Auch im Nachhinein unterstützen Westerburg und ihre Kollegen Hund und Herrchen. Sollte es zu Problemen kommen, steht zum Beispiel ein Hundetrainer zur Verfügung.

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