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Der Klimawandel beeinflusst auch die Rinderhaltung. FOTO: ARCHIV

Tierhaltung in Zeiten des Klimawandels

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Gießen/Wetzlar(pm). 70 Prozent der Biobetriebe - in absoluten Zahlen rund 170 - in den Landkreisen Lahn-Dill und Gießen halten Rinder. Insgesamt über 9000 Tiere. Der Großteil hält kleine Herden mit überwiegend Mutterkühen, das Sommerhalbjahr verbringen sie auf der Weide. Fleischerzeugung und Landschaftspflege stehen im Vordergrund. Nur rund 20 Bio-Rinderhalter erzeugen noch Milch. Für alle wichtig sind jedoch Fütterung und gutes Weidemanagement.

Aus diesem Grund hatte die Abteilung für den ländlichen Raum mit ihrem Team der Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen die dritte Veranstaltung ihres "Landwirte-Netzwerks Ökolandbau" unter das Thema "Fütterung, Leistung und Gesundheit unserer Ökorinder" gestellt. Als Referent war Dr. Edmund Leisen von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ins Bürgerhaus Hüttenberg geladen. Der Grünlandexperte berät seit über 25 Jahren Rinderbetriebe und koordiniert in NRW ein Öko-Leitbetriebsnetzwerk. Dieses vernetzt sich über eine Arbeitsgemeinschaft zur Öko-Futterwirtschaft auch in andere Bundesländer.

Das Thema Klimawandel zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag. Die heißen Sommer der letzten Jahre hatten vielerorts zu einem Mangel an Grünfutter geführt. Leisen hatte dabei jedoch feststellen können, dass die Tiere die Hitze besser vertrugen als erwartet. Eine ausreichende Wasserversorgung auf den Weiden sei dafür in erster Linie entscheidend.

Er schloss den Vortrag mit dem Ausblick, dass die sich verändernde Witterung und der voranschreitende Klimawandel bald eine Überarbeitung vieler bewährter Beratungsempfehlungen mit sich bringen werde. Dem Vortrag folgte eine spannende Diskussion mit den rund 50 Besuchern. Dabei betonten auch die Betriebe selbst, dass viele der von Leisen genannte Empfehlungen zur intensiven Milch- und Rindfleischerzeugung nur eine Facette seien. Gerade im Lahn-Dill-Kreis und im Gießener Ostkreis arbeiteten viele Rinderhalter extensiv auf mageren, aber sehr artenreichen Standorten. Intensive Weidesysteme wie Kurzrasenweide seien hier nicht zielführend. Die Betriebe wünschten sich daher weitere Veranstaltungen zum Thema Öko-Grünland, doch mit dem Schwerpunkt Extensiv-Standorte.

Die Ökoerzeugung in den Kreisen Lahn-Dill und Gießen wächst stetig: Die Ökofläche beträgt inzwischen fast 5500 Hektar Acker- und über 11 000 Hektar Grünland.

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