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Nach dem Wasserschaden war die Kita »Fasanenweg« vorübergehend in das Paul-Schneider-Freizeitheim umgezogen. Dabei konnte die Gemeinde zahlreiche Erkenntnisse für die mögliche Nutzung als Naturkindergarten gewinnen.

Testlauf für mögliche Kita-Nutzung

  • VonPatrick Dehnhardt
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Es war ein Weihnachtswunder: Nach einem Wasserschaden musste die Kita »Fasanenweg« kurzfristig umziehen - und fand eine Heimat im Paul-Schneider-Freizeitheim. Mittlerweile ist der Wasserschaden saniert, die Kita wieder zurückgekehrt. Der Einsatz als Notquartier brachte jedoch zahlreiche Erkenntnisse für eine Nutzung als Naturkindergarten.

In der Kindertagesstätte »Fasanenweg« in Lang-Göns hatte es Anfang Dezember einen Wasserrohrbruch in der Heizungsanlage gegeben. Dies auch noch an einem Wochenende, sodass der Schimmel genug Zeit hatte, sich zu entfalten. Experten stellten fest, dass es sich um den gefährlichen Schwarzschimmel handelte. Das Gebäude wurde sofort gesperrt, die Sanierung sollte Monate dauern.

Versicherung deckte alle Kosten

Die Eltern waren damals in Sorge: Aufgrund der Pandemie war die Kita immer wieder geschlossen gewesen, die Urlaubstagekonten leer. Mehrere Wochen Schließung hätten viele vor ein massives Problem gestellt.

Dann geschah ein kleines Weihnachtswunder: Innerhalb weniger Tage konnte die gesamte Kita umziehen - das leerstehende Paul-Schneider-Freizeitheim (PSF) vor den Toren Dornholzhausens wurde zum Ersatzquartier.

Auch aus dem Fasanenweg gab es letztlich gute Nachrichten. »Wir mussten nichts großflächig herausreißen«, sagt Bürgermeister Marius Reusch. Die Renovierung konnte mit moderatem Aufwand erfolgen. Es wurden unter anderem Löcher in den Boden gebohrt, um den Estrich zu trocknen. Bereits im April erfolgte die Rückkehr an den alten Standort.

Bis heute weiß die Gemeinde übrigens nicht, was die Sanierung gekostet hat. »Die Versicherung hat den Schaden komplett übernommen«, freut sich der Bürgermeister. »Da war ich selbst überrascht.« Selbst die Auslagerungskosten ins PSF waren abgedeckt.

Die rund 90 Kinder sind froh, ihre Kita in den angestammten Räumen besuchen zu können. Allerdings habe das Freizeitheim viele Herzen gewonnen. »Einige Eltern müssen jetzt noch einen Ausflug mit den Kindern dorthin machen«, berichtet Reusch.

Durch den Betrieb als Notquartier habe die Gemeinde zudem zahlreiche Erkenntnisse gewonnen. »Da nun schon einmal alles durch die entsprechenden Stellen geprüft wurde, kann man darauf aufbauen.« Zudem wisse man nun nach dem Praxistest, wo die Grenzen des Areals sind: »Es hat sich gezeigt, dass eine Kita mit fünf Gruppen da eigentlich nicht angesiedelt werden kann. Wenn man über 100 Kinder in den Wald schickt, überlastet das die Natur.« Für einen kleineren Rahmen sei es geeignet.

Die Pläne für einen Naturkindergarten an dem Standort werden weiter verfolgt. Dieser soll zwei bis drei Gruppen haben, was auch davon abhängig ist, ob die Gemeinde Hüttenberg mit ins Boot steigt. Die restlichen Räume sollen eine andere Nutzung erhalten.

Ein Arbeitskreis, dessen Mitglieder aus allen Fraktionen stammen, feilt derzeit an einem tragfähigen Konzept für das Freizeitheim. Parallel laufen die Gespräche der Kommune mit dem Kirchenkreis an Lahn und Dill über den Kauf des Gebäudes.

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