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Die beschaulich wirkende Straße Im Steingarten wurde am Dienstagabend von einem Gewaltverbrechen erschüttert. Der Krankenwagen im Bild ist am Mittwoch nur zufällig auf der Durchfahrt.

Tatverdächtiger bleibt in Haft

  • vonPatrick Dehnhardt
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Nachdem am Dienstagabend ein Streit in Daubringen eskaliert ist, sitzt ein 56 Jahre alter Mann in Untersuchungshaft. Er soll einen 70-Jährigen mit einem Messer tödlich verletzt haben. Das Opfer hatte der Ex-Partnerin des Tatverdächtigen bei einem Streit Beistand geleistet.

Die so friedliche Szenerie in der Straße Im Steingarten im Staufenberger Stadtteil Daubringen lässt nur wenig von dem erahnen, was sich nicht einmal 24 Stunden zuvor dort ereignet hat. Gestern Nachmittag liegt eine Katze auf dem Gehsteig und genießt die warmen Sonnenstrahlen, eine Mutter geht mit ihrem Kind spazieren, ansonsten ist niemand zu sehen. Ein normales Wohnviertelleben eben.

Am Dienstagabend aber war dieser idyllisch wirkende Ort Schauplatz eines Gewaltverbrechens. Die einzige verbliebene Spur davon ist ein Rest Absperrband, das an einem Laternenmast im Wind flattert.

Es war kurz nach 19 Uhr, als ein 56 Jahre alter Mann aus Staufenberg mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin auf der Straße in Streit geriet. Zwei Bekannte der Frau, darunter das spätere Opfer, ein 70 Jahre alter Mann, standen laut derzeitigem Ermittlungsstand der Frau in dieser Situation bei.

Um 19.10 Uhr soll der Streit dann eskaliert sein. Dabei verletzte der 56-Jährige den Senior mit einem Messer. Zeugen der Tat riefen die Polizei und den Rettungsdienst. Doch als diese eintrafen, war der 70-Jährige bereits tot.

Die Polizei eilte mit einem Großaufgebot an den Tatort. Sofort sicherten Spezialisten der Kriminalpolizei die Spuren, befragten Zeugen und Beteiligte. Weitere Erkenntnisse zum Tathergang soll eine Obduktion des Opfers bringen. Deren Ergebnisse lagen am Donnerstag noch nicht vor.

Der Tatverdächtige war zunächst geflüchtet, die Polizei leitete umgehend eine Fahndung ein. Mit Erfolg: Kurze Zeit später wird der Mann festgenommen.

Am Mittwoch wurde er dem Haftrichter in Gießen vorgeführt. Dort schweigt er zur Tat. Aufgrund des dringenden Tatverdachts des Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung bleibt er in Untersuchungshaft, heißt es von der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage dieser Zeitung.

In Staufenberg herrschten am Tag nach der Tat Trauer und Entsetzen. Einige kennen das Opfer, das sich über viele Jahre in Vereinen und der Kommunalpolitik engagierte, lange Zeit in der Stadtverordnetenversammlung aktiv war und sich zur Kommunalwahl im März erneut für ein Mandat bewarb.

Auch im Rathaus sorgte die Nachricht für Fassungslosigkeit. »Ich bin sehr geschockt, dass so eine Gewalttat bei uns passiert ist. Es ist ein trauriger Moment für Staufenberg«, sagte Bürgermeister Peter Gefeller auf Nachfrage dieser Zeitung. Seine Gedanken seien vor allem bei den Angehörigen des Opfers. Die Stadt werde ihre Hilfe anbieten, sagte Gefeller: »Jeder Todesfall ist schwer, wenn man jemanden jedoch durch ein Gewaltverbrechen verliert, ist es für die Angehörigen besonders schlimm.«

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