Synode diskutiert über Arbeitsgebiete

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Gießen/Wetzlar (bkl). Die Synode des evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill hat sich nicht nur mit der Zukunft des Paul-Schneider-Freizeitheims befasst (die GAZ berichtete). Auch die kreiskirchlichen Arbeitsgebiete standen zur Diskussion.

Zahlreiche richtungsweisende und dabei nicht einfache Entscheidungen traf die zweitägige Synode unter Leitung von Superintendent Dr. Hartmut Sitzler. Bis 2030 werden voraussichtlich die zur Verfügung stehenden Finanzen (18,3 Millionen Kirchensteuereinnahmen in 2020) um ein Drittel sinken. »Das zwingt uns zum Handeln«, erklärte stellvertretender Superintendent Christoph Schaaf. Um verantwortlich planen zu können, standen daher auch die kreiskirchlichen Arbeitsbereiche wie beispielsweise die Frauenarbeit, die Jugendarbeit oder die Seelsorge zur Diskussion. Die Frage, wie die Arbeitsfelder konkret die 43 Gemeinden unterstützen können, auch in der Koordinierung Haupt- und Ehrenamtlicher, beschäftigte die Synodalen.

Zunächst zwei volle hauptamtliche Mitarbeiterstellen im Gegensatz zu vier in der Vergangenheit sind für den Bereich der Bildungsarbeit vorgesehen. Dazu gehören die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern sowie die Aufgaben des Schulreferates. Das Kreiskantorat hat künftig einen Dienstumfang von 25 Prozent (vorher 66 Prozent). Diese Aufgabe nimmt der Kantor der Kirchengemeinde Wetzlar bereits kommissarisch wahr.

Auch Gemeinden gefordert

Die Pfarrstelle für Flüchtlingsarbeit im Umfang von 25 Prozent, die in der Vergangenheit mit der Entlastungspfarrstelle des Superintendenten verbunden war, lief 2020 mit dessen Neuwahl aus. Der kirchliche Arbeitskreis Flucht wird diese Arbeit mit ihren diakonischen und juristischen Aspekten weiterhin begleiten.

»In der Seelsorge sind auch die Gemeinden gefordert«, so der Synodalbeauftragte Friedhelm Block. Von Stelleneinsparungen in den nächsten zehn Jahren ist auch das Kirchenamt in Wetzlar betroffen. Alle Neustrukturierungen von Stellen sind jedoch sozialverträglich geplant. Auch weitere Anträge aus Gemeinden und Kirchenkreis beschäftigten sich mit der Aufstockung und Neueinrichtung von Stellenanteilen. »Wenn der Kuchen kleiner wird, können nicht alle Stücke gleich groß bleiben«, sagte Sitzler. Die kreiskirchlichen Aufgaben werden über eine Umlage der Gemeinden finanziert. Die Stelle für das Öffentlichkeitsreferat wird bei einer Neubesetzung um 25 auf 100 Prozent aufgestockt. Hier soll künftig die Entwicklung eines Social-Media-Angebots integriert werden.

In den Überlegungen zur Zukunft des Kirchenkreises soll zudem die theologische Nachwuchsförderung eine Rolle spielen. Zurzeit gebe es 43 Pfarrstelleninhaber. Zum 1. Januar 2031 werden davon 23 im Ruhestand sein, heißt es im Antrag der Presbyterien Dorlar und Atzbach. Doch nicht nur um die äußeren Strukturen soll es künftig im Kirchenkreis gehen. »Unser zentrales Thema muss die innere Erneuerung der Kirche sein«, sagte der Superintendent. »Das ist im Leitwort unseres Kirchenkreises sehr gut formuliert: ›Hören-Glauben-Handeln‹.«

In seiner Andacht zu Beginn der Synode hatte Schulreferent Michael Lübeck den Liedtext »Weite Räume meinen Füßen« mit der Geschichte von der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste verbunden.

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