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Da capo: Vor zwei Jahren begeisterte die "Eintracht" Steinbach mit "Fernwald Swing" im Anneröder Bürgerhaus. Dieses besondere Programm beschert den Sängern nun eine Einladung zum "Fest der Chorkulturen" in Berlin.

Mit Swing nach Berlin

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Was Max Raabe und sein Palastorchester können, kann die "Eintracht" aus Steinbach auch. Sie lässt die Ohrwürmer der 20er und 30er Jahre wieder lebendig werden. Mit dem Programmn "Swing in den Mai" nimmt sie jetzt Kurs auf Berlin.

Diese Lieder gehen ins Ohr und in die Beine, sie machen gute Laue - und sie sind nicht allzu schwer zu singen. Der Swing der 20er und 30er Jahre ist wie gemacht, um neue Sänger für den Chorgesang zu begeistern. Das dachte sich die "Eintracht" Steinbach schon vor zwei Jahren, als sie das Projekt "Fernwald Swing" auf die Bühne des Anneröder Bürgerhauses brachte. Der große Erfolg von damals hat Folgen: Die Sänger der "Eintracht" sind nun eingeladen, ihr populäres Programm im kommenden Frühjahr erst in Berlin beim Fest der Chorkulturen und zwei Tage später beim Deutschen Chorfest in Leipzig vorzustellen. Doch die Männer aus Steinbach wollen nicht allein auf die Reise gehen: Weitere Sänger, mit oder auch ohne Chorerfahrung, sind eingeladen, an diesem besonderen Erlebnis teilzuhaben.

"Ein Freund, ein guter Freund" oder "Ich hab’ das Fräulein Helen baden seh’n": Vor 90 Jahren haben die Comedian Harmonists diese Lieder berühmt gemacht, spätestens seit Max Raabe und seinem Palastorchester sind die Hits der 20er und 30er Jahre wieder schwer angesagt. Aber die Kombination aus drei- bis vierstimmigen Männerchor, Solosänger und Salonorchester, die die Steinbacher mit ihrem Chorleiter Axel Pfeiffer auf die Bühne bringen, ist etwas ganz Besonderes. Wohl auch deshalb hat Günther Titsch, der Organisator des Festes der Chorkulturen, bei der "Eintracht" nachgefragt, ob sie bei der Veranstaltung in Berlin das Rahmenprogramm gestalten wollen.

Dieses Fest ist ein Mitsingprojekt der Superlative: Der Rundfunkchor und das Rundfunkorchester Berlin werden gemeinsam mit Sängern aus 20 Ländern unter anderem Beethovens Ode an die Freude zunächst proben und am 1. Mai aufführen. Am 30. April, wenn alle Mitwirkenden nach den Proben zu einem geselligen Abend eingeladen sind, schlägt die Stunde der Steinbacher: Dann werden sie "Swing in den Mai" im Haus der Rundfunks aufführen. Im Gegenzug dürfen sind am folgenden Tag kostenlos das "Fest der Chorkulturen" in der Berliner Philharmonie besuchen. Am 2. Mai schließlich werden sie das Swing-Programm in Leipzig wiederholen, ganz stilecht gekleidet im Chic der Goldenen Zwanziger mit Schiebermütze oder Strohhut, Weste oder Hosenträgern.

"In Annerod vor zwei Jahren gab es schon einen dicken Applaus, als die Sänger so auf die Bühne kamen", erinnert sich Axel Pfeiffer. Der Dirigent im Frack und mit zurückgegelten Haaren war damals übrigens der eleganteste von allen. Etwa 35 Sänger umfasst der Steinbacher Chor. Doch für die Auftritte in Berlin und Leipzig träumt Vorsitzender Jörg Haas von einem größeren Klangkörper: "Ich hätte gerne 60 Leute auf der Bühne", sagt er. Das ist die Chance für Sänger aus anderen Vereinen oder interessierte Anfänger, sich in das Projekt einzuklinken. Ab Mitte Januar können sie gemeinsam mit den Steinbachern, die das Programm ja größtenteils schon drauf haben, für die Auftritte vor großem und internationalem Publikum trainieren. Die Proben finden jeweils dienstags um 20 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum statt. Für interessierte Sänger, die nicht in der direkten Umgebung wohnen, finden an vier Sonntagen zwischen Anfang Februar und Ende April verpflichtende Probentermine statt.

Die Fahrt umfasst insgesamt fünf Tage vom 29. April (Anreise nach Berlin) bis zum 3. Mai (Rückreise von Leipzig). Die Mitwirkenden können in Begleitung reisen, insgesamt steht ein Kontingent für 120 Teilnehmer zur Verfügung.

Die Eintracht hat schon viele Konzertreisen unternommen. Die Sänger waren unter anderem in Prag, in Wien, im Elsass, in Wales und in Budapest. Aber mit einem so groß angelegten Mitsingprojekt wie "Swing in den Mai" hat der Verein keine Erfahrung. Aber die Verantwortlichen von Interkultur hätten diese Erfahrung. "Sie sagen: Das ist machbar", erzählt Chorleiter Pfeiffer.

In den kommenden Wochen wollen die Steinbacher bei anderen Chören und im Sängerkreis über ihr Vorhaben informieren. "Auch Interkultur wird die Werbetrommel rühren", sagt Pfeiffer. Er hofft, dass sich möglichst viele Sänger für dieses Swing-Projekt begeistern lassen. "Es macht einfach Laune. Auch ich habe damals vor zwei Jahren einen Riesenspaß gehabt."

Sänger, die sich für "Swing in den Mai" interessieren, finden detaillierte Informationen sowie ein Anmeldeformular unter www.eintracht-steinbach.de. Weitere Informationen erteilt der Vorstand des Gesangvereins unter Telefon 06404/7621 oder per E-Mail an Vorstand@eintracht-steinbach.de.

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