Suche nach der sauberen Alternative

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Gießen(so). Noch sind sie Zukunftsmusik: Busse, die mit Wasserstoff betrieben auf den Routen durch den Landkreis Gießen fahren. Noch. In den kommenden Jahren allerdings soll die Zukunftsmusik zumindest geprobt werden.

Zusammen mit dem Verkehrsverbund Rhein-Main (RMV) und der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (vgo) startet der Landkreis ein Gemeinschaftsprojekt. Das Ziel: Ausprobieren, wie sich die Technik im ländlichen Raum bewährt. Dazu sollen ab dem Jahr 2022 zwei Wasserstoff-Busse auf ausgewählten Linien verkehren. Weitere Partner dabei sind lokale Busunternehmen.

Im städtischen Ballungsraum, etwa Wiesbaden/Mainz, da läuft das bereits. Doch Erfahrungen auf dem flachen Land sind bislang wenig gemacht.

Warum das Ganze? Um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sauberer zu machen. Es gibt eine EU-Verordnung, die besagt, das bis 2025 mindestens 40 Prozent der Busse im ÖPNV "sauber" unterwegs seien müssen, erläuterte Landrätin Anita Schneider im Haupt- und Finanzausschuss des Gießener Kreistags.

Und da voraussichtlich gerade kleinere Busunternehmen es nicht allein schaffen werden, die notwendigen Erfahrungen mit der neuen Technologie zu sammeln, steigt nun der Landkreis als fördernder Partner mit ein. Landrätin Schneider erklärte: "Das ist ein Stück Wirtschaftsförderung, mit dem wir daran arbeiten, dass kleinere Unternehmen profitieren und so wettbewerbsfähig am Markt bleiben."

Tankstellen in Planung

Wenn ein solcher Probebetrieb anlaufen sollte, dann bräuchte es dafür Tankstellen. Geplant ist eine solche Wasserstofftankstelle im Schiffenberger Tal in Gießen. Dafür läuft bereits das Genehmigungsverfahren. Auch die Technische Hochschule Mittelhessen arbeitet an der Technologie. Und: Die relativ neue "Hessol"-Tankstelle in Hungen hat ihre Infrastruktur auf Betankung mit Wasserstoff vorbereitet, wusste der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Günther Semmler, im Haupt- und Finanzausschuss zu berichten. Auch dies könnte binnen weniger Monate aktiviert werden und gäbe weiteren Spielraum, um den Landkreis mit zusätzlichen Linien zu beschicken.

CDU-Politiker Ulrich Lenz hat zudem angeboten, Kontakte nach Japan zu vermitteln, wo diese Technologie bereits seit längerem in der Erprobung und zum Teil auch bereits im Einsatz ist.

Die Idee ist jetzt, weitere Fördermittel zu generieren. Im Blick ist der Bund, der ebenfalls eine Wasserstoff-Initiative am Start hat. Die empfohlene Marschrichtung: Das Projekt umzusetzen - unter der Bedingung, das auch eine Förderung bei der Anschaffung der Busse gegeben ist. Der Kreis hat im Etat für das Pilotprojekt schon mal 200 000 Euro vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare