Wie hier an der Gesamtschule Busecker-Tal fiel gestern an allen Schulen im Landkreis der Unterricht aus. FOTO: KME
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Wie hier an der Gesamtschule Busecker-Tal fiel gestern an allen Schulen im Landkreis der Unterricht aus. FOTO: KME

Sturmfrei - nur für Schüler

  • vonChristina Jung
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Das Sturmtief "Sabine" hat den Kreis Gießen weit- gehend verschont. Wie Polizei und Feuerwehr am frühen Montagabend bestätigten, hielten sich die Personen- und Sachschäden in Grenzen. Eine verletzte Radfahrerin in Buseck und "Einzelwürfe" in den Wäldern, mehr war nicht. Gefreut haben dürften sich die Schüler: Im Kreisgebiet (außer Stadt Gießen) war "sturmfrei".

Das Sturmtief "Sabine" ist gestern über das Gießener Land hinweggefegt. Polizei, Feuerwehr, Forst- und Schulamt ziehen Bilanz.

Radlerin schwer verletzt- Am Montag gegen 9 Uhr erfasste eine heftige Windböe eine Radfahrerin, die auf der Straße von Alten- nach Großen-Buseck unterwegs war. Sie erlitt schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen und wurde von einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht.

Dachschaden in Treis- Auch die Sachschäden hielten sich in Grenzen: Auf GAZ-Anfrage berichtete Kreispressesprecher Dirk Wingender von einem beschädigten Dach in Treis und zwei weiteren Sturmschäden. Am Montag seien weitere Einsätze zu verzeichnen gewesen, da der Sturm - wenn auch abgeschwächt - andauerte.

Feuerwehr 36-mal gerufen- Von Sonntag bis Montag, 16 Uhr, gab es laut Wingender 36 Anrufe bei der Leitstelle. Feuerwehren rückten aus, um rund 20 umgestürzte Bäume, verwehtes Astwerk oder umgedrückte Schilder zu beseitigen. In weiteren 29 Fällen wurden umgestürzte Bäume an die Straßenmeistereien von Hessen Mobil bzw. die kommunalen Bauhöfe gemeldet und ohne Beteiligung der Feuerwehr beseitigt.

Zwei Straßen gesperrt- Nur zwischen Gonterskirchen und Laubach sowie Bersrod und Reinhardshain mussten am frühen Montagmorgen die Straßen gesperrt werden. Die Feuerwehren und Straßenmeistereien kümmerten sich schnellstmöglich um das Beseitigen der Hindernisse.

"Notbetreuung"- An den Schulen fiel landkreisweit der Unterricht aus. Für Kinder, die dennoch kamen, war vielerorts eine "Notbetreuung" eingerichtet worden. Ein Angebot, das offenbar aber nur wenige in Anspruch nahmen. Zwei von 270 Kindern waren es an der Wilhelm-Leuschner-Schule in Heuchelheim, nicht eines an der Erich-Kästner-Schule in Lich. "Ich bin erstaunt, dass die Eltern so kurzfristig in der Lage waren, ihre Kinder selbst zu versorgen", sagt Rektor Jürgen Vesely.

Lehrer im Dienst- Nicht anders sah es an den weiterführenden Schulen aus: An Grünbergs Theo-Koch-Schule etwa, mit rund 1600 Kindern die größte Schule im Landkreis, kam kein einziger Schüler um die Ecke. "Bis auf wenige Ausnahmen", so Direktor Jörg Keller, "erschienen dafür die Lehrer zum Dienst." Für die rund 150 Kollegen dürfte es ein ruhiger, entspannter Arbeitstag gewesen sein.

Kein Kita-Bus in Laubach- Etwas ruhiger als gewohnt dürfte es auch in den Kindergärten gewesen sein. Vor allem trifft das auf Laubach zu: Als Vorsichtsmaßnahme und wegen der Straßensperrung bei Gonterskirchen blieb der Kita-Bus in der Garage. Also fehlten den Betreuungseinrichtungen in Ruppertsburg, Freienseen und Wetterfeld die Mädchen und Jungen aus den Nachbarortschaften. Zumindest der große Teil, denn nur vereinzelt brachten Eltern ihre Sprösslinge mit dem Pkw vorbei.

Im Wald nur Einzelwürfe- Schaden haben auch die Wälder genommen, wenn auch nicht so massiv wie bei früheren Stürmen. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Forstamtsleiter Ralf Jäkel auf GAZ-Anfrage. Zwar liege noch keine detaillierte Bilanz vor, nach ersten groben Schätzungen belaufe sich der Schaden aber auf 300 bis 500 Festmeter in jedem der elf Reviere. Dabei handele es sich um "Einzelwürfe".

Wälder nicht betreten- Dennoch rät Jäkel dringend davon ab, derzeit in den Wald zu gehen. "Es besteht Lebensgefahr und ein sehr hohes Risiko, dass auch nach Abflauen des Sturms abgebrochene Äste aus den Kronen zu Boden fallen", so der Forstamtsleiter. Vor allem die starken Sturmböen erhöhten das Risiko von umstürzenden Bäumen und abgebrochenen Kronenteilen deutlich.

Dazu komme, dass der Wald aufgrund der Trockenheit in den vergangenen beiden Jahren vorgeschädigt sei. An vielen Stellen seien kranke und abgestorbene Bäume entnommen worden, das biete dem Sturm zusätzliche Angriffsflächen.

Erste Beobachtungen am gestrigen Vormittag bestätigten zudem, dass in den vorgeschädigten Buchenkronen häufig bereits Holzabbauprozesse eingesetzt hätten. "Wir haben viele Kronenbrüche", sagt Forstamtsleiter Jäckel.

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