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Sturm fällt die letzte der Grünberger Wegkreuz-Linden

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Er wies ungezählten Reisenden den Weg - und ungezählten Stürmen die Stirn. In der Vorwoche aber hatte der alte Baumriese den Naturgewalten nichts mehr entgegenzusetzen: Eine heftige Windböe fällte die letzte der Grünberger Wegkreuz-Linden wenige Meter oberhalb des Freibads. Rund 400 Jahre alt, mit einem Stammdurchmesser von 1,40 Meter, ist das imposante Naturdenkmal nun Geschichte.

Schade drum, weckte die Linde doch Erinnerungen an die Zeit der Kaufmannszüge, die sich - neben Kirch- und Befestigungstürmen - auch an den Wegkreuz-Linden orientierten. Die »Schwimmbad-Linde« diente jenen Fernreisenden als Anhaltspunkt, die auf dem Handelsweg »Kurze Hessen« von Frankfurt nach Leipzig unterwegs waren.

Der »Senior« freilich war länger schon altersschwach, Rissbildungen und Hohlräume zeugten davon.

1988 hatten der Heimatkundler Prof. Heinrich Sprankel und Forstoberrat i.R. Jakob Rühl mit Erfolg an die Stadt appelliert, einen Baumchirurgen zu bestellen. Mit speziellen Sicherungsmaßnahmen sollte er dem Baum eine bessere Statik verschaffen. Im Wissen um die Endlichkeit des Zeitzeugen sorgte der Verkehrsverein Grünberg 1990 dafür, dass wenige Schritte entfernt eine neue Linde gepflanzt wurde. tb/Fotos: tb, pm

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