Lokaltermin am "neuen" Kindergarten Wetterfeld. FOTO: TB
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Lokaltermin am "neuen" Kindergarten Wetterfeld. FOTO: TB

"Stresstest" für Laubachs Kitas

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach(tb). Mission erfüllt: Wie von Laubachs Stadtverordneten gewünscht, hat das Oberhessische Diakoniezentrum (OD) eine Bedarfsanalyse zur Kinderbetreuung vorgelegt. Erstellt hat diese Dr. Susanne Egbert, Bereichsleitung Kinder- und Familienarbeit am "Stift", das mit Ausnahme des neuen Naturkindergartens Träger aller Kitas in Laubach ist. Und das seit 50 Jahren.

Nein zu neuem Standort "Goki"

Was nun die nähere Zukunft angeht, so enthält Egberts Erhebung eine klare Ansage: Um das von der Fachaufsicht beim Kreis attestierte Defizit von 113 Plätzen (aktuell sind alle 408 belegt) zu decken, schlägt das OD drei zusätzliche Horte in Laubach, Freienseen und Lauter vor. Nicht neu diese Erkenntnis: Die Beseitigung des Mangels wird - trotz der staatlichen Zuschüsse - eine teure Angelegenheit. Noch ein einzelner Punkt der Bedarfsanalyse sei vorangestellt: Die in der Juni-Sitzung des Plenums diskutierte Schaffung einer Waldgruppe in Gonterskirchen ist aus Sicht des OD keine Option, schon aus Gründen der demografischen Entwicklung.

Der Sozialausschuss nahm am Montagabend das Papier zur Kenntnis, im Oktober will man eingehend darüber beraten. Am Nachmittag hatte das Gremium zunächst eine Rundfahrt durch die Stadtteile unternommen. Um dabei den Kontrast von alt und neu kennenzulernen. In Lauter etwa ist die Kita in der alten Schule untergebracht, errichtet am Hang oberhalb der Ortsdurchfahrt. Entsprechend sind die baulichen Verhältnisse, etwa die von der Politik gewünschte Barrierfreiheit, realistisch betrachtet, unrealistisch. Bernd Klein, Geschäftsführer des OD, brachte in diesem Zusammenhang das Grundsatzproblem zur Sprache: "Die Kommunen kommen gar nicht mehr nach." Gemeint sind die von Bund und Land erlassenen Vorgaben, mit dem "Gute-Kita-Gesetz" als jüngstem Beispiel. Wie groß der Kontrast sein kann, erlebte der Ausschuss dann in der Kita Wetterfeld: Hell, freundlich, großzügig präsentiert sich die dreigruppige Einrichtung, die jüngst einen neuen Anbau erhielt. Hinzu kommt, dass hier - anders als bei eingruppigen Kitas mit nur drei Erzieherinnen wie in Lauter - die Personalplanung leichter fällt. Klar: "Wetterfeld" wie auch die Kitas in Laubach sind von der Bausubstanz her okay.

Auf Basis demografischer Daten (etwa Geburtenzahlen, Familienwanderung) sowie der baulichen Gegebenheiten enthält die Bedarfsanalyse diese Schlussfolgerungen:

Sanierung der Kita Lauter lohnt nicht, Räume und Außenanlagen werden nie den geforderten Standards entsprechen. Wegen der in diesem Dorf am stärksten steigenden Kinderzahlen, zweigruppiger Neubau (50 Plätze) empfohlen.

Sanierung in Ruppertsburg sinnvoll und nötig. Zu überlegen sei, wie das Obergeschoss genutzt werden könnte.

Für Gonterskirchen werden sinkende Kinderzahlen, eine negative Familienwanderung und eine geographisch ungünstige Lage attestiert. Fazit: "Daher besser kein Neubau". Umbau alter Schule "unwirtschaftlich", Räume und Außenanlagen nie den geforderten Standards anzupassen. Gegen weitere Waldgruppe, "gibt es doch bereits drei".

Zentral in Laubach sollte eine neue dreigruppige Einrichtung für Menschen ab drei Monaten entstehen (Option Neubau nicht explizit erwähnt, wird doch die Nutzung eines Leerstands erwogen, die Red.).

Die Kita Freienseen ersatzlos zu schließen, sei nicht sinnvoll, stehe doch der Naturkindergarten nur Ü3-Kindern zur Verfügung, auch sei die Anbindung Altenhains zu erhalten. Die Betriebserlaubnis für die OD-Waldgruppe müsse auf 20 Plätze gekürzt werden. Empfehlung: Neubau dreigruppiger Einrichtung (zweimal 25 Plätze im Haus, Waldgruppe mit 20 Plätzen).

Kita-Bus zur Anbindung der Dörfer ohne eigene Kita (Altenhain, Münster, Gonterskirchen) gilt es zu erhalten.

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