Die Waldhausstraße zwischen Krofdorf und der Schmelz bleibt der Streitfall. FOTO: SO
+
Die Waldhausstraße zwischen Krofdorf und der Schmelz bleibt der Streitfall. FOTO: SO

Streit um den richtigen Weg

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Gießen/Lollar/Wettenberg(so). Nachdem in den vergangenen Wochen die rund zwei Kilometer Straße zwischen Salzböden und der Schmelzmühle instand gesetzt worden sind, soll im kommenden Jahr der Abschnitt zwischen Krofdorf und dem Forsthaus "Waldhaus" in Ordnung gebracht werden. Die nötigen Mittel dafür, rund eine Million Euro, werden im Haushalt 2021 des Landkreises Gießen zu finden sein. Das hat Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne) am Montag in der Kreistagssitzung in Londorf angekündigt. Der Ausbau solle so erfolgen wie unten im Salzbödetal: Der Unterbau bleibt, weil gut und solide, erhalten. Trag- und Deckschicht werden erneuert.

Zugleich sichert Schmahl zu, dass die mangelhaft befestigte Bankette bei Salzböden nachgearbeitet wird. "Das hat uns sehr geärgert", sagte sie. Man werde darauf achten, dass so etwas künftig nicht noch einmal passiert. Die Straße ist nämlich nur vier Meter breit. Der Begegnungsverkehr weicht auf den weichen Randstreifen aus und fährt diesen kaputt. Bürgermeister Thomas Brunner (Wettenberg) wird darauf drängen, dass bei dem Abschnitt in seiner Gemarkung im Wald bei der Sanierung Rasengittersteine auf der Bankette verlegt werden.

Dessen ungeachtet halten SPD und Grüne im Kreistag an dem im Sommer verabredeten Kurs fest, das mittlere Stück der maroden Straße zwischen Waldhaus und Schmelz zurückzubauen, für motorisierten Verkehr zu sperren, zum Radweg umzugestalten und es in die Trägerschaft von Hessen Forst abzugeben. Die beiden anderen Abschnitte sollen nach Abschluss der Sanierungen an Lollar und Wettenberg fallen. Dezernentin Schmahl verfolgt diese Pläne bereits seit Längerem. Die AfD hat derweil bereits vor einem Jahr beantragt, die Straße in Gänze zu sanieren und für den Verkehr offen zu halten. Das wurde am Montag in aller Klarheit von der SPD-geführten Koalition abgelehnt. FDP und Teile der CDU enthielten sich. Sieben CDU-Vertreter stimmten derweil mit der AfD.

Denn auch die Union plädiert für ein Offenhalten der Strecke und will eine Oberflächensanierung, um die Straße wieder verkehrssicher zu machen. "Es kann nicht sein, teuer zurückzubauen. Das ist ein völlig unsachgemäßer Umgang mit Steuermitteln", befürchtet Claus Spandau (CDU) für den Kreis einen Eintrag ins "Schwarzbuch der Steuerzahler". Und welchen Sinn hat es, die Strecke bis zum Waldhaus zu sanieren und ab dort zu sperren? Brunner sprach namens der SPD-Fraktion derweil von der "hohen touristischen Qualität" der Straße für Naherholungssuchende mit dem Auto sowie für Radler. Er sei gemeinsam mit Christiane Schmahl im Dialog mit Hessen Forst, um für den mittleren Abschnitt eine Radwege-Lösung zu bekommen, die Hessen Forst mitgehen kann.

Wie das aussehen könnte, dass kann sich Gerhard Noeske (CDU) nicht vorstellen: "Einen wassergebundenen Forstweg und einen befestigten Radweg daneben - das kann man beides nicht zusammen haben". Denn das gebe die Straßenbreite nicht her. Noeske appellierte vergeblich, das Thema nochmals inhaltlich zu beleuchten und eine Lösung zu suchen, die ökologischen wie touristischen Belangen gleichermaßen gerecht wird und zudem mit einem geringen finanziellen Aufwand für den Landkreis einhergeht.

Auch die CDU-Vorschläge blieben ohne Mehrheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare