Streit im Haus vermeiden

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Gießen(pm). Schätzungsweise 30 Millionen Betriebskostenabrechnungen werden Jahr für Jahr verschickt. Einer der häufigsten Streitpunkte zwischen Mieter und Vermieter ist nach Angaben des Mietervereins die Frage nach dem Verteilerschlüssel. Wie werden Kosten, die für das ganze Haus angefallen sind, auf die einzelnen Mietparteien richtig verteilt?

"Für die Heizkosten schreibt eine Verordnung vor, dass mindestens 50 Prozent und höchstens 70 Prozent der Kosten nach Verbrauch verteilt werden müssen. Hierzu sind alle Wohnungen mit Erfassungssystemen, wie Heizkostenverteiler, ausgerüstet, die dann einmal im Jahr abgelesen werden. Die restlichen 30 bis 50 Prozent der Heizkosten werden nach einem verbrauchsunabhängigen Maßstab verteilt, meistens nach Quadratmetern, also der Wohnfläche", sagt der Gießener Mietervereinsvorsitzende Stefan Kaisers und fügt hinzu: "Der Vermieter legt den konkreten Aufteilungsmaßstab, zum Beispiel 50 zu 50, einmalig fest. Ändern kann er die Aufteilung nur ausnahmsweise, zum Beispiel nach einer energetischen Modernisierung".

Bei älteren Gebäuden sei eine Aufteilung von 70 Prozent nach Verbrauch und 30 Prozent nach Wohnfläche zwingend vorgeschrieben. Voraussetzung sei, dass das Gebäude die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1994 nicht erfülle, mit Öl oder Gas geheizt werde und freiliegende Heizleitungen überwiegend gedämmt seien.

Grundsteuer, Hausmeister, Versicherungen, Gartenpflege, Hausreinigung, Aufzug, usw., werden entweder nach Wohnfläche oder nach Personenzahl auf die Mieter im Haus verteilt. Entscheidend ist immer, was im Mietvertrag steht. Fehlt hier eine entsprechende Regelung, gilt im Zweifel die Wohnfläche als richtiger Verteilerschlüssel. Verbrauchsabhängig können allenfalls die Kosten für Wasser/Abwasser verteilt werden. Dazu ist es aber notwendig, dass alle Wohnungen mit Wasseruhren ausgerüstet sind. Ist das nicht der Fall, müssen auch die Wasserkosten nach Fläche oder Personenzahl verteilt werden.

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