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Der stellvertretende "MP" und die Schaufensterpuppen

  • Guido Tamme
    vonGuido Tamme
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In einen Reisebus der Firma Philippi (Groß-Eichen) gestiegen sind am Mittwochmittag der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und die SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser (Mitte). Aber nicht aus touristischen Gründen, sondern im Zuge einer Demonstration der hessischen Busunternehmen. Den Politikern wurde mithilfe von zwölf Schaufensterpuppen aus dem Gießener Modehaus Köhler verdeutlicht, dass derzeit nur 10 bis maximal 16 Fahrgäste in Reisebussen beförderte werden dürfen. Dies sei wirtschaftlich nicht darstellbar, versicherte Firmenchef Mark Philippi (Foto oben/l., rechts Ehefrau Marlen), der eine sofortige Anpassung der Corona-Abstandsregeln an die Praxis in Flugzeugen verlangte, in denen die Luftumwälzung vergleichbar sei.

Vor der Stippvisite im Bus hatten Al-Wazir, Faeser sowie Vertreter der CDU- und der FDP-Landtagsfraktion für eine gute halbe Stunde die laufenden Plenarsitzung verlassen, um sich die akuten Sorgen der Branche anzuhören. Diese wurden vorgetragen von den Vorsitzenden der beiden Fachverbände (Landesverband Hessische Omnibusunternehmen und Fachverband Omnibusverkehr Hessen), Karl Reinhard Wissmüller und Jürgen Fredrich. Der stellvertretende Ministerpräsident (MP) zeigte großes Verständnis für die Klagen der touristischen Busunternehmen, die sich gegenüber Deutscher Bahn und Lufthansa stark benachteiligt fühlen, und kündigte eine finanzielle Hilfestellung an.

Die ungewöhnliche Demonstration war von LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan (Gießen) und Mark Philippi maßgeblich vorbereitet worden. Die Fahrer der knapp 110 Reisebusse aus ganz Hessen trafen sich in der dafür teilgesperrten Mainzer Landstraße, ehe sie unter Polizeibegleitung in einem beeindruckenden langen Konvoi zur Wilhelmstraße rollten und dort hupend vor dem Landtag auf die bedrohliche Lage der derzeit darniederliegenden Branche aufmerksam machten.

Aus dem heimischen Raum waren auch die Unternehmen Schwalb (Buseck-Beuern) und Ebke (Homberg/Ohm) dabei. Unterstützt wurden sie von den hiesigen Paketreiseveranstaltern, die von Tina Behringer (Behringer-Touristik), Karl Heyne (Service-Reisen) und Uwe Schneider (GTW Wetzlar) vertreten wurden. ta/Fotos: ta

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