Die Geotour nahe Homberg bietet einen Blick in Europas größten Basaltsteinbruch. FOTO: PM
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Die Geotour nahe Homberg bietet einen Blick in Europas größten Basaltsteinbruch. FOTO: PM

Osterpaziergang

Steinige Aussichten

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Osterferien und Frühlingswetter locken nach draußen. Gegen einen Osterspaziergang ist mit gebührendem Abstand nichts einzuwenden. Der heutige Tipp: die "Geotour Felsenmeer" bei Homberg.

Homberg (rs). Man hat herrliche Ausblicke auf Homberg mit dem Schloss, über das Amöneburger Becken bis zu den Marburger Lahnbergen. Außerdem sieht man in den größten Basaltsteinbruch Europas hinab: Die "Geotour Felsenmeer" am Stadtrand von Homberg. Kaum zu glauben, was man auf nur 6,2 Kilometern Rundstrecke binnen zweieinhalb Stunden alles sehen und lernen kann.

Alles dreht sich um Steine

Der Name Geotour "Felsenmeer" deutet an, was das Besondere an dem Rundweg oberhalb von Homberg ist. Es geht immer wieder um Steine: Man läuft oder klettert darauf, man kann sie sich anschauen, man lernt, warum sie einst abgebaut wurden oder noch abgebaut werden. Der Weg verläuft überwiegend auf naturbelassenen Pfaden und Feldwegen, es sind wenige Steigungen drin, aber an einigen Stellen muss man trittsicher sein, insbesondere dann, wenn der Boden nass ist. Der erste Kilometer verläuft über die Kirschenallee, eine Route, die die Homberger schon vor Jahrzehnten für Ausflüge genutzt haben. Doch zunächst sieht man die Rückseite der ehemaligen Klinik hinter Bauzäunen, sie steht seit vielen Jahren leer. Eine Info-Tafel weist auf die Grube "Gute Hoffnung" hin. Die Grube wurde 1922 zur Kohleförderung angelegt, man fand aber große Mengen Kalkmergel, der sich als Dünger eignet. Von der Kirschenallee aus hat man immer wieder einen herrlichen Blick ins Ohmtal, auf die Stadt und das Schloss.

Geologische Besonderheit

Am Ende der Kirschenallee steht man an Wiesen, die talwärts in Form einer Senke in Buschwerk münden. Das ist eine geologische Besonderheit, die die Menschen im 16. Jahrhundert in Angst und Schrecken versetzt hat. Denn ein Einbruch der Erdoberfläche mit dem Versinken von Bäumen war dem Teufel zugeschrieben worden. Heute weiß man, dass Grundwasser dort aufgrund geologischer Besonderheiten Hohlräume schafft, die die Erdoberfläche immer wieder nachrutschen lassen. Letztmals passierte dies, als 1970 ein Teil des Ober-Ofleidener Sportplatzes wegbrach. Es folgt ein Abschnitt über die Hochfläche, von wo aus man über Amöneburg bis zu den Marburger Lahnbergen blicken kann. Dann gelangt man zu einem Aussichtspunkt hoch oben über dem gewaltigen Steinbruch der Mitteldeutschen Hartstein Industrie. Es ist der größte Basaltbruch Europas. Tief unten im Steinbruch wurde Mitte der 1960er Jahre ein Jerry-Cotton-Film gedreht: "Tod im roten Jaguar" lautete der Titel des Streifens mit George Nader in der Hauptrolle.

Dicke Steine

Der Weg führt weiter bergab vorbei an der Schafstränke mit einer mächtigen Linde. Es geht weiter zu den Dicken Steinen und leicht ansteigend einen Pfad in den Wald sowie durch das Felsenmeer. Nach einem steilem Schlussanstieg führt der Weg auf den höchsten Punkt: Den Hohen Berg (358 m) mit herrlichem Fernblick. Von da ab führt der Weg bergab zum Ausgangspunkt zurück.

Wandern mit Abstand

Wandern ist eine feine Sache. Aber bitte allein, zu zweit oder mit den Kindern - und den gebotenen Sicherheitsabstand einhalten. Also bitte keine Gruppen-Unternehmungen und kein gemeinsames Picknicken!

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