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Ein steinerner Zeitzeuge in Lich und die besondere Kennzeichnung

  • vonred Redaktion
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Wäre dieser Stein, der auf dem Foto so unscheinbar vor einer Hecke liegt, ein Zeitzeuge, so hätte er gewiss allerlei aus Lich zu berichten. Der Stadt wurden im Jahre 1300 durch kaiserlichen Beschluss die Stadtrechte verliehen. Damit verbunden war auch das Recht, eine Stadtmauer zu errichten und zu unterhalten. Noch heute sind an vielen Stellen der Stadt - sichtbar und unsichtbar - Reste der ehemaligen Stadtmauer zu finden.

Ein geschichtlich besonders interessantes Haus befindet sich an der Hessenburg, von der Löwengasse kommend, auf der rechten Seite. Aufmerksame Stadtbesucher sehen hier - etwas versteckt - an einem alten Haus Reste der alten Stadtmauer mit einer Türöffnung und mit den Konsolen für einen Ausguck. Die Stadtsoldaten konnten auf der Stadtmauer die gesamte Festungsstadt umrunden. Ihr Weg führte sie dabei durch die an die Stadtmauer gebauten Scheunen und sogar durch Wohnhäuser. Da die Stadtmauer aber zwischen ein und zwei Meter stark war, konnte der Stadtsoldat nicht erkennen, was sich vor der Mauer, unmittelbar am Mauerfuß, abspielte.

Für diesen Zweck gab es sogenannte Austritte - vorgebaute Balkone -, von denen man die Mauer besser beobachten konnte. Der Rest eben eines solchen Austritts ist an dem Nebenhaus von Stadtverordnetenvorsteher Hans-Ludwig Ensle (Foto, l.) in der Hessenburg, Richtung Mittelgasse, zu sehen.

Damit Stadtbesucher auf diese bauliche Besonderheit aufmerksam werden, hat Ensle einen Steinquader, der nachweislich aus der Stadtmauer vor seinem Haus stammt, auf einer Grünfläche vor dem Haus mit dem gezeigten Schildchen gekennzeichnet. Gemeinsam mit Hermann Pein (M.) vom Heimatkundlichen Arbeitskreis dankt Bürgermeister Dr. Julien Neubert (r.) Ensle für dessen Initiative und ermuntert Bürger und Besucher der Stadt: "Bleiben Sie mal am Ende der Löwengasse, an der Buchhandlung ›Bücherkiste‹ stehen und suchen Sie nach dieser baulichen Besonderheit aus der Geschichte von Lich!" Im örtlichen Heimatmuseum gibt es "Geschichte satt": samstags von 14 bis 16 Uhr und sonntags von 10.30 bis 12 Uhr. pm/FOTO: PM

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