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Steine, Staub und Schlamm

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Riesige Maschinen, ohrenbetäubender Lärm, schwarze Steine, Staub, Nebel und Schlamm, Veranstaltungsort der STEINEXPO, Filmkulisse und Arbeitsplatz: Das alles ist Europas größter Basaltsteinbruch in Nieder-Ofleiden. Hier baut die Mitteldeutsche Hartstein Industrie (MHI) Basalt ab.

Am Freitag, dem 9. 11. 2019 besuchten wir, die Klasse 4c der Grundschule Homberg, den größten Basaltsteinbruch in Europa. Er liegt in unserem Nachbardorf. Hier baut die Mitteldeutsche Hartstein Industrie Basalt vor allem für den Straßen- und Schienenbau ab.

Der stellvertretende Betriebsleiter Christian Schneider verteilte zunächst Helme und Warnwesten und wies uns noch mal auf die Gefahren im Steinbruch hin, weil der Betrieb ja normal weiterlaufen sollte. Dann ging es los in das Gelände. Es war sehr neblig, alles war grau, herrlich matschig, aber auch ein wenig unheimlich, wenn ein voll beladener Muldenkipper an uns vorbeidonnerte.

Leider konnten wir keine Sprengung miterleben, das wäre zwar spannend, aber zu gefährlich gewesen. Herr Schneider erklärte uns die Arbeitsabläufe im Basaltbruch und beantwortete unsere zahlreichen Fragen. Bei der Sprengung werden ca. 25 m tiefe Löcher gebohrt, mit Sprengstoff gefüllt und gezündet. Wir konnten beobachten, wie das gesprengte Gestein mit einem Bagger, der 540 PS hat, auf Muldenkipper geladen und zu einem Kipptrichter gefahren wurde. Der Basalt wird anschließend in einem Brecher zerkleinert und mit Förderbändern und Fahrzeugen weitertransportiert. In einer Stunde werden ca. 500 Tonnen Basalt verarbeitet. Die Sprengungen und die Arbeiten im Steinbruch erzeugen neben Staub auch Lärm, der auch gelegentlich im benachbarten Nieder-Ofleiden zu hören ist. In der Schaufel eines riesigen Radladers haben wir Fotos gemacht, allein die Reifen sind 2 m hoch. Die teuerste Maschine im Steinbruch kostet etwa 600 000 Euro.

Früher bauten bis zu 500 Menschen aus den umliegenden Dörfern hier Basalt teilweise noch mit Hammer und Meißel ab. Heute sind es noch 60 Menschen, die in den Bereichen Gewinnung, Produktion, Labor, Werkstatt und Verwaltung arbeiten. Jeden Tag werden im Schnitt 4000t Splitt und Schotter auf Lkw oder auch auf Eisenbahnwaggons verladen. Der Steinbruch hat heute eine offene Tagebaufläche von 25 Hektar - das sind etwa 40 Fußballfelder. Herr Schneider erklärte, dass der Basalt noch für ca. 50 Jahre reicht.

Neben dem Basaltabbau fanden wir noch Folgendes sehr interessant: Im Steinbruch gibt es sogar größere Tiere wie Falken, einen Uhu und Rehe.

Einige Kinder unserer Klasse waren schon einmal im Steinbruch auf der STEINEXPO, der größten europäischen Steinbruch-Demonstrationsmesse, die hier alle drei Jahre stattfindet. Riesige Maschinen werden von 300 Ausstellern in den Steinbruch nach Nieder-Ofleiden transportiert. Die MHI rechnet im nächsten Jahr vom 26. - 29. August 2020 mit ca. 50 000 Besuchern. Auf der STEINEXPO kann man sich alles genau ansehen und vielleicht auch mal auf eine Maschine klettern.

Im Steinbruch wurden auch schon zwei Filme gedreht, im Jahre 1968 "Der Tod im roten Jaguar". Dabei stürzt ein Auto die Basaltwand herunter und ein Mann saust an einem Stahlseil über den Steinbruch. 2012 wurden Teile des Kinderfilms "V8 - Du willst der Beste sein" hier abgedreht. Wir sind durch das Felsentor, das im Film zu sehen ist, durchgegangen. Die Trailer der beiden Filme haben wir uns natürlich in der Schule angeschaut.

Dreckig und schwer beeindruckt, kamen wir wieder zurück in die Schule.

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