Wie steht’s um die Zukunft der Hausärzte auf dem Land?

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Gießen (so). In der Kreispolitik sorgt man sich seit Längerem um die medizinische Versorgung auf dem Land. Nachdem die Zahl der Fachärzte tendenziell eher weniger wird und sich in Zentren konzentriert, rücken auch die Allgemeinmediziner in den Blick. Wird es in ein paar Jahren noch genügend niedergelassene Hausärzte geben? Womöglich nicht, so die Befürchtung. Ergo wird überlegt, wie man jetzt schon gegensteuern kann, um eine Unterversorgung im Kreis zu vermeiden.

Zugrunde liegt der Beratung ein "Konzept zur gesundheitlichen Versorgung und Beteiligungsmöglichkeiten des Landkreises". Dieses profunde Arbeitspapier für die gesundheitspolitische Ausrichtung des Landkreises Gießen ist unter Federführung von Iskender Schütte im Dezernat von Gesundheits- und Sozialdezernent Hans-Peter Stock erarbeitet worden.

Eine Idee, die die CDU bereits vor einem Jahr in die Diskussion eingebracht hat: Die Ausbildung von Fachärzten für Allgemeinmedizin im Landkreis Gießen finanziell zu fördern. Konkret heißt das, es sollen Anreize geschaffen werden, um Krankenhäuser zu motivieren, Allgemeinmediziner zusätzlich für wenigstens ein Jahr auszubilden. Geprüft werden soll zudem, inwieweit man Ärzte verpflichten kann, im Anschluss im Landkreis Gießen zu praktizieren.

Stock hat das Gespräch mit dem Krankenhaus in Lich und den Kliniken in Gießen gesucht, - sein Bericht im Sozialausschuss des Kreistags war etwas ernüchternd. Nur eine Ausbildungsstelle für einen Facharzt für Allgemeinmedizin gibt es an der Asklepios-Klinik, acht weitere an Gießener Krankenhäusern. Die Ausbildung kostet monatlich etwa 5500 bis 6500 Euro je Absolvent. Vor diesem Hintergrund ist die Überlegung, dass sich der Kreis mit 50 000 Euro engagiert, von der Wirkung her eher überschaubar. Zudem wird es als schwierig angesehen, die Ärzte zur Niederlassung im Kreis Gießen zu verpflichten.

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