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Im Staufenberger Stadtwald sollen drei Windräder gebaut werden.

Windkraft

"Windpark Staufenberg" kann ab Frühjahr 2021 entstehen

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Die Bundesnetzagentur hat den Zuschlag für drei Windräder im Staufenberger Stadtwald erteilt. Die Erlöse des eingespeisten Stroms sollen in der Region bleiben.

Ab Frühjahr soll gebaut werden, schon vier bis sechs Monate später könnten die Anlagen ans Netz gehen: Der "Windpark Staufenberg" hat eine letzte wichtige Hürde genommen. Wie Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller mitteilt, hat die Bundesnetzagentur in der aktuellen Bieterrunde den Zuschlag erteilt. Erzielt wurde dabei ein Preis von über 6 Cent pro Kilowattstunde als Vergütung auf dem Strommarkt.

In den Bieterrunden können sich Projektierer für die Einspeisung in das Stromnetz bewerben. Im Februar hat die Bundesnetzagentur für deutschlandweit 66 Projekte den Zuschlag erteilt, der "Windpark Staufenberg" ist dabei eines von zwei in Hessen. Der Ausbau der Windenergie war zuletzt mehr und mehr ins Stocken geraten, auch in Hessen.

Die drei für den Staufenberger Stadtwald geplanten Anlagen liegen nahe der Grenze zum Landkreis Marburg-Biedenkopf, konkret zu Ebsdorfergrund und Fronhausen. Gesetzlich sei ein Abstand zu Ortschaften von "nur 1000 Metern" vorgesehen, äußert sich Gefeller. Diesseits wie jenseits der Kreisgrenze habe man einen größeren Abstand gewollt und dies erreicht: Die Distanz zwischen den Windrädern und den Dörfern Hachborn (Gemeinde Ebsdorfergrund) und Sichertshausen (Gemeinde Fronhausen) wird laut Gefeller jeweils knapp drei Kilometer betragen. Treis als nächstgelegener Staufenberger Stadtteil hat einen Abstand von fast zwei Kilometern zu den Anlagen, Ilschhausen immerhin noch fast 1700 Meter. Dort werde man die Anlagen kaum sehen, sagt Gefeller. Auch würden die gesetzlichen Lärm-Grenzwerte deutlich unterschritten. Geplant sei zudem, dass Bauteile für die Anlage außerhalb der Ortslagen von Hachborn und Ilschhausen angeliefert werden sollen, damit Anwohner und Ortsstraßen nicht belastet werden. Später soll auf der Anliefer-Trasse ein Radweg zwischen Ebsdorfergrund und Staufenberg angelegt werden.

Windpark Staufenberg: Keine Proteste

Gefeller hebt hervor, dass das Verfahren "von der Aufstellung bis hin zur Genehmigung absolut transparent unter steter Information der Öffentlichkeit und Beteiligung der Nachbarkommunen" gestaltet worden sei. Auch im Ebsdorfergrund habe Bürgermeister Andreas Schulz kürzlich in einer Bürgerversammlung über das Vorhaben informiert. Es habe keine negative Stimmung gegen den Windpark gegeben, so Gefeller.

Für Projektierung und Bau der drei Anlagen ist die Max Bögl Eventus GmbH verantwortlich. Sobald sich die Windräder drehen, sollen vom Ertrag Menschen in der Region profitieren: Als Betreiberin steht die Bürgerenergiegesellschaft Staufenberg bereit. Bürger, die sich beteiligen wollen, können dies über eine Mitgliedschaft in der Busecker Bürgerenergiegenossenschaft "Sonnenland" tun, die dann deren Interessen in der Gesellschaft vertritt.

Zudem können Kommunen der Gesellschaft beitreten, zu erwarten sei eine Rendite von sechs Prozent. "Projektierer, die sonst zum Nutzen weniger und zur Belastung aller wie Heuschrecken übers Land ziehen, wollten wir von Anfang an nicht", sind sich die Bürgermeister Gefeller und Schulz einig.

Windpark Staufenberg: Kapazität für 10 000 Haushalte

Die Stadt Staufenberg soll über Pachteinnahmen (acht Prozent des Jahreserlöses) von dem Vorhaben profitieren, Ihm zufolge sollen auch Nachbarkommunen an diesen Einnahmen beteiligt werden. Der Stromertrag der Anlagen soll bei insgesamt 33 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liegen. "Damit ließen sich rund 10 000 Haushalte versorgen", informiert der Bürgermeister. Es werde also etwa so viel Strom erzeugt, wie in Staufenberg und Ebsdorfergrund verbraucht werde.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Genehmigungsprozess für die Errichtung der Windräder verzögert: Anfang 2019 hatte das Regierungspräsidium (RP) informiert, dass wegen Hinweisen auf eine Rotmilan-Brut eine weitergehende artenschutzrechtliche Prüfung notwendig sei. Diese fiel letztlich zugunsten der Windkraft aus.

Im Dezember hatte das RP dann die immissionschutzrechtliche Genehmigung für den Bau erteilt, Widersprüche dagegen sind laut Gefeller ausgeblieben. Er will nun versuchen, neben Bürgern auch weitere Kommunen für eine Beteiligung an dem Projekt zu gewinnen.

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