Auf dieser durch Windwurf und Borkenkäfer geschädigten Fläche soll ein Teil des "Windparks" entstehen. FOTO: VH
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Auf dieser durch Windwurf und Borkenkäfer geschädigten Fläche soll ein Teil des "Windparks" entstehen. FOTO: VH

Windpark soll ab Frühjahr entstehen

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(pm/vh/jwr). Die Errichtung des Staufenberger "Windparks" mit drei Anlagen im Stadtwald rückt näher. Bürgermeister Peter Gefeller hat nun über die weitere Planung informiert. Der Baubeginn ist danach fürs Frühjahr geplant, Ende 2021 soll der Windpark ans Netz gehen. Der Flächenbedarf je "Mühle" betrage etwa einen Hektar, äußerte sich Gefeller auf Anfrage. Die Rodung sei für diesen Winter vorgesehen.

Investition von 25 Millionen Euro

Allerdings soll dafür nur ein Teil des Areals abgeholzt werden: Im Bereich "Hohe Mark" hatte zuerst der Wind, dann der Borkenkäfer getobt, sodass der gesamte Fichten-Altholzbestand zunichte gemacht wurde. Und wo nichts mehr steht, muss auch nicht mehr gerodet werden.

Laut Gefeller soll der Flächenausgleich sich trotzdem auf das gesamte Areal von etwa drei Hektar beziehen und an anderer Stelle so viel Fläche aufgeforstet werden. Von der Rodung betroffen sei ein recht junger Fichten-Douglasien-Mischbestand, der nach dem Sturm "Kyrill" aufgeforstet wurde. So würden keine "ökologisch hochwertigen Waldflächen" beeinträchtigt.

Die Windräder sollen, wie Gefeller in seiner jüngsten Kolumne mitteilt, "im äußersten Norden des Staufenberger Stadtwaldes an der Grenze zu Hachborn" aufgestellt werden. Das Investitionsvolumen betrage etwa 25 Millionen Euro.

Allendorf (Lumda), Buseck, Fronhausen, Ebsdorfergrund, Lollar, Pohlheim, Rabenau, Reiskirchen, Staufenberg und Wettenberg können ihm zufolge einen Anteil von rund 2,8 Millionen Euro tragen. Die Kommunen würden an den Pachteinnahmen Staufenbergs beteiligt. "Weitere Städte und Gemeinden haben ihr Interesse bereits geäußert", so Gefeller. Es handle sich um ein "Großprojekt" interkommunaler Kooperation.

Bereits 2016 hätten die Gesellschafter der Energiegesellschaft Lumdatal "den Einstieg in die regionale Windkraftentwicklung beschlossen". Zu diesem Zweck sei die Windpark Lumdatal GmbH als 100-prozentige Tochtergesellschaft gegründet worden, so der Bürgermeister.

"Erklärte Ziele der Gesellschaft sind die Planung und der Betrieb eines Windparks auf Staufenberger Gebiet im Rahmen des von allen Nachbarkommunen gemeinsam beschlossenen Flächennutzungsplans."

Bürgermeister lobt Vorteile

Aus Sicht des Bürgermeisters bringt das gewählte Modell einige Vorteile: Das komplette Verfahren bis zur Genehmigung sei "absolut transparent unter steter Information der Öffentlichkeit und Beteiligung der Nachbarkommunen" gestaltet worden. Man habe die Zahl der Anlagen auf drei reduziert, der gesetzliche Mindestabstand von 1000 Metern zur nächsten Siedlung werde "um das Zwei- bis Dreifache" übertroffen. Die gesetzlichen Immissionswerte würden "deutlich unterschritten".

Der Transport der Anlagen zum Errichtungsort werde ausschließlich von Norden über Wirtschaftswege außerhalb der Ortslagen von Hachborn und Ilschhausen erfolgen. Ein weiterer Vorteil sei, dass in die Anlagen "vorrangig die Bürger und Kommunen bei guter Rendite investieren" könnten. Nicht zuletzt könne sich der voraussichtliche Stromertrag sehen lassen: "Die Windräder erzeugen so viel Strom, wie zum Beispiel Staufenberg und Ebsdorfergrund gemeinsam verbrauchen", so Gefeller. Mit dem geplanten Stromertrag (33 Millionen Kilowattstunden im Jahr) ließen sich mehr als 10 000 Haushalte versorgen.

Vor allem aber sei wichtig, dass es sich um "Bürgerwindräder" handle: Über die Busecker Sonnenland eG können Bewohnern der beteiligten Kommunen Anteile am "Windpark" erwerben. So könne man "die Wertschöpfung in der Region halten".

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