Waldschäden erfordern Umdenken

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Staufenberg (pm). Die Wälder in Deutschland befinden sich in einem gravierenden Veränderungsprozess. Auch in Staufenberg fordert die Trockenheit der letzten beiden Jahre Tribut, wie Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) erläutert. "Vor allem Buchen und Fichten sterben in einem bislang unbekannten Ausmaß ab. Die durch die Trockenheit geschwächten Bäume haben nicht mehr genügend Abwehrkräfte gegen Pilze und Schadinsekten", schreibt er. Zudem hätten Borkenkäfer sich stark vermehrt.

Der zuständige Revierförster Stefan Schreiber habe nun einen Lagebericht angefertigt, der alarmierende Aussagen enthält: Demnach sterben derzeit etwa 15 bis 20 Prozent der Staufenberger Waldfläche ab. Auf circa 650 Hektar Fläche seien von Januar 2018 bis Sommer 2019 etwa 4000 Festmeter Fichten-Schadholz aufgearbeitet worden. Ungefähr die gleiche Menge werde im Laufe des kommenden Winters hinzukommen. "Das entspricht mengenmäßig ungefähr dem Fichtenholzeinschlag von 16 Jahren. Wo bislang diese Fichten standen, befinden sich nun Kahlflächen", heißt es in dem Förster-Bericht.

Die Situation stelle Stadt und Forstamt Wettenberg vor enorme Probleme, denn die Holzpreise seien auf einem Tiefpunkt. "Der Holzmarkt ist aufgrund der großen Schadholzmengen völlig übersättigt, viele Holzsortimente sind qualitativ stark entwertet. Einnahmen fehlen also, aber die entstandenen Kahlflächen müssen wieder aufgeforstet werden, was über viele Jahre enorme Kosten verursachen wird", äußert sich Schreiber. Der Wald müsse "seine ökologischen Funktionen dauerhaft erfüllen und gleichzeitig den nachwachsenden Rohstoff Holz liefern, der in einem hoch entwickelten Industrieland wie Deutschland dringend benötigt wird." Als Ersatz komme nur Holz aus anderen Ländern infrage, in denen es unter meist deutlich schlechteren ökologischen Bedingungen produziert werde.

Schreiber weiter: "Die große Unsicherheit der zukünftigen Entwicklung erfordert vielfältige Antworten und Versuche, auf den entstandenen Kahlflächen einen neuen Wald entstehen zu lassen, der klimastabil ist und auch für zukünftige Generationen all seine wichtigen Funktionen erfüllen wird." Da es keine Patentlösung gebe, sei es ratsam, verschiedene Baumarten zu pflanzen. Um das Ziel eines neuen stabilen Waldes zu erreichen, sei auch intensive Bejagung nötig.

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