Das Mainzlarer Werk von oben betrachtet.
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Das Mainzlarer Werk von oben betrachtet.

Verhandlungen zu Standort-Schließung

Werks-Schließung im Kreis Gießen: Nun entscheiden Mitarbeiter, ob sie weitermachen wollen

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Verhandlungserfolg im Kreis Gießen: Betriebsrat und RHI Magnesita haben sich auf einen Fahrplan für die Stilllegung des Werks in Staufenberg-Mainzlar geeinigt.

Staufenberg – Vor gut einem Monat hatte der Wiener Konzern RHI Magnesita mit der Ankündigung überrascht, die für Ende dieses Jahres geplante Schließung des Mainzlarer Werks (»Schamott«) um ein Jahr zu verschieben und zur Begründung »aktuelle Entwicklungen« auf dem Weltmarkt angeführt, etwa coronabedingte Ausfälle von Mitarbeitern in Südamerika. Die Gewerkschaft IG BCE hatte diese erneute Kehrtwende deutlich kritisiert und sich für einen dauerhaften Weiterbetrieb in Mainzlar ausgesprochen.

Nun haben sich Betriebsrat und Unternehmen darauf geeinigt, wie der neue Fahrplan für die Stilllegung aussehen soll. Das teilen beide Seiten schriftlich mit.

Staufenberg im Kreis Gießen: „Finanzielle Anreize“ für „Schamott“-Belegschaft

Nach zwei Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeber habe der Betriebsrat »bedeutende finanzielle Anreize für die Belegschaft« erreicht, äußert sich Betriebsratsvorsitzender Michael Schwarz. Konkret werde die »Bleibeprämie« weiter gezahlt, ferner eine »Motivationsprämie«. Schwarz: »Jetzt entscheiden die Mitarbeiter, ob rund 80 von ihnen weitermachen wollen.«

Am Montag sei die Belegschaft in einer Betriebsversammlung informiert worden, diese sei nun »sehr zufrieden mit der Leistung ihrer Betriebsräte«, sagte Schwarz. Allerdings sei die Frage aufgekommen, wie viele Schließungstermine es noch brauche, »bis der Vorstand versteht, dass er dieses flexible und gute Werk braucht«.

Staufenberg im Kreis Gießen: Weiterbetrieb von Mainzlarer Werk bis Ende 2022

Das Unternehmen verweist auf »positive und konstruktive Gespräche« im Vorfeld der Einigung. Das Werk in Mainzlar bleibe, wie kürzlich angekündigt, noch bis Ende 2022 in Betrieb. »Ein Team von 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll bis dahin mit an Bord bleiben und die Produktion im Werk in Mainzlar sicherstellen«, heißt es aus Wien weiter. Von Anfang an sei dem Konzern wichtig gewesen, »diese für alle Beteiligten herausfordernde Phase der Umstellung bestmöglich sozial abzufedern«.

Deshalb werde man nun »zusätzlich zu den bisher bereits geplanten Unterstützungsmaßnahmen monatliche Prämien und eine großzügige Abfindung an circa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlen«. Zudem, teilt das Wiener Unternehmen mit, würden bis Ende 2022 keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen. (pm/jwr)

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