Roland Ehmig bringt eines der Holzhäuser der Flüchtlingsunterkunft Staufenberg-Süd als Alternative für eine Begegnungsstätte für Treis ins Gespräch. FOTO: VH
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Roland Ehmig bringt eines der Holzhäuser der Flüchtlingsunterkunft Staufenberg-Süd als Alternative für eine Begegnungsstätte für Treis ins Gespräch. FOTO: VH

Uneins über Begegnungsstätte

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). Der Ortsbeirat Treis tagte wegen der Corona-Abstandsregeln in der Sport- und Kulturhalle. Ausführlich redete man über eine Begegnungsstätte. Weil vor Jahren schon die Bahnhofsgaststätte zu schließen drohte - dort üben die Sängervereinigung und der Mandolinenverein -, gleichzeitig aber die alte Genossenschaftshalle (Eigentum der Stadt) leer stand, gab es damals Überlegungen, dass Vereine sich im Gebäude einrichteten.

Daraus wurde nichts, weil die finanzielle Beteiligung eine zu hohe Hürde für die Vereine gewesen sei, so der Ehrenvorsitzende der Sänger, Rudolf Herzberger. Wiederum erwähnte er die Unsicherheit über den Fortbestand der Treiser Gastronomie.

Freilich gibt es von dieser Seite kein Signal für einen Schließungstermin. Weil die Vereine abwinkten, vermietete die Stadt die Genossenschaftshalle an die Firma Sand Rysse. So bald wie möglich soll die Sandgrube in Richtung Mainzlar erweitert werden, daher wird Rysse voraussichtlich im künftigen Gewerbegebiet an der Didierstraße seine Verwaltung neu unterbringen.

Im Frühjahr 2022 würde folglich die Genossenschaftshalle erneut zur Verfügung stehen. Rudolf Ehmig gab zu bedenken, das Gebäude müsse aber saniert werden. Wegen der Nähe zur Lumda sei der Keller feucht (Kriechkeller, neue Bodenplatte nötig), das Dach nicht isoliert und die Bausubstanz veraltet. Ehmig fragte sich, wer das bezahlen solle angesichts der aktuell anstehenden Sanierung der nachbarlichen Sport- und Kulturhalle.

Kosten ermitteln

Sein Vorschlag: Eine Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände des Sportplatzes aufstellen. Diese Häuser seien ebenerdig (barrierefrei) und der Innenraum flexibel zu gestalten (Wände umsetzbar).

Ortsvorsteher Peter Moldenhauer gab zu bedenken, die Genossenschaftshalle liege, anders als der Sportplatz, zentral im Ort. Genügend Parkplätze seien hier vorhanden. Bürgermeister Peter Gefeller informierte, die drei Holzhäuser (Flüchtlingsunterkunft Staufenberg-Süd) gingen nach acht Jahren Nutzungsdauer vom Landkreis Gießen in das Eigentum der Stadt über. Welchen Nutzungswert diese dann noch hätten, wisse man heute nicht.

Die Holzhäuser (eigentlich Container, da mobil) werden seit Anfang 2016 bis heute bewohnt, sie fallen somit laut Vertrag Ende 2023 Staufenberg zu. Jawohl, die Bodenplatte müsse saniert werden, sagte Gefeller, im oberen Bereich sei das Gebäude jedoch gut. Man müsse die Sanierungskosten ermitteln. Wichtiger sei zunächst die Instandsetzung der Sport- und Kulturhalle. Die jungen Erwachsenen vom Verein Doku Dienstag Stammtisch hatten in einer Garage der Genossenschaftshalle kürzlich einen Raum eingerichtet - für Aufenthalt und Lagerung. Gefeller stellte fest, gemäß Baurecht könnten die zwei Garagen ausschließlich als Abstell- und Lagerräume genutzt werden. Philipp Michel bedauerte, das Vereinsziel verfehlt zu haben. Andy Becker von den Träser Muspretzer meldete ebenfalls Lagerbedarf an. Auf einer gesonderten Veranstaltung, der Termin ist noch offen, soll ein Mitarbeiter des Freiwilligenzentrums Gießen als Mediator die verschiedenen Interessen unter einen Hut bringen.

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