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Zum Üben für alle

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). Der fünfte durch den Technischen Prüfdienst zugelassene Feuerwehr-Übungsturm im Landkreis Gießen wurde nun von der Freiwilligen Feuerwehr Staufenberg-Mitte seiner Bestimmung übergeben. Die Stahlkonstruktion mit jeweils sieben Treppen und Podesten war mit knapp 103 000 Euro ein Finanzierungskraftakt. Ihre Entstehungsgeschichte reicht zurück in das Jahr 2005. Das Bauwerk steht bei Bedarf allen Feuerwehren des Landkreises zur Verfügung.

Zur offiziellen Inbetriebnahme, die bereits im April und öffentlich hätte sein sollen, waren jetzt, coronabedingt, nur geladene Gäste auf dem Wehrgelände versammelt. Stadtbrandinspektor Oliver Ortwein erläuterte Übungsmöglichkeiten bis 12,5 Meter Rettungshöhe: Einsatz von Feuerwehrleitern (Einsteigen in Fenster), Retten aus der Höhe sowie Selbstrettung mittels Abseilen und Verlegen von Schläuchen im Treppenhaus.

Bürgermeister Peter Gefeller informierte, 2005 sei erstmals laut ausgesprochen worden, den gemeinsamen Feuerwehr-Stützpunkt zu errichten. Der damalige Bürgermeister Horst Münch habe das Projekt politisch vorangetrieben. Nach seiner Fertigstellung habe das Land Hessen 2012 für die Zusammenlegung dreier Wehren 50 000 Euro Fördergeld bewilligt. Das Stadtparlament habe im selben Jahr beschlossen, den Betrag für einen Übungsturm zu verwenden.

Staufenberg sei im Schutzschirm-Programm des Landes gewesen und habe nichts weiter investieren können, so Gefeller. Ein Aufruf erbrachte 55 Spenden und insgesamt 17 100 Euro. Die Einzelspenden reichten von zehn Euro bis 10 000 Euro durch Maria Löbel (Staufenberg). Ortwein dankte ihr mit Blumen. Ein ausgedienter VW-Bus sei für 9500 Euro verkauft worden. Die Mainzlarer Firma Schmitz transportierte den Turm vom Hersteller in Sachsen-Anhalt unentgeltlich nach Staufenberg, ein Kranwagen des Abschleppdienstes Amend hievte ihn kostenlos in die Höhe.

Landrätin Anita Schneider sagte, die Feuerwehr müsse auch in Corona-Zeiten ran. Der neue Turm sei für die praktische Fortbildung notwendig. Der Landkreis habe knapp 14 700 Euro Zuschuss gewährt. Lollars Stadtbrandinspektor Marco Kirchner sprach für den Vorstand des Kreisfeuerwehrverbands sowie im Namen der Wehrausschüsse von Lollar und Staufenberg: "Für die Gefahrenabwehr darf die Gemarkungsgrenze keine Hürde sein." Beide Stadtfeuerwehren arbeiten lange schon zusammen.

Unter den Gästen waren Kreisbrandinspektor Mario Binsch und Michael Klier als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands.

Den ausgedienten VW-Bus hat ein gebrauchter Mercedes Vito-Transporter ersetzt. Darin finden Einsatzkräfte und Jugendfeuerwehr Platz. Gerätewart Michael Volpert baute die Funktechnik ein. Finanziert hat den Vito eine Spende über 10 000 Euro von Erna Klinkel aus Staufenberg.

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