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Treffpunkt Biene

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Von: Constantin Hoppe

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»Treffpunkt Biene« soll ein Projekt werden, dass auch in den kommenden Jahren weitergeführt wird. Am Donnerstag stellten Doris Wirkner, Harald Becker, Claudia Dörfler, Anette Kurth, Andreas Lenz und Markus Witznick (kleines Foto, von links) ihre Ideen vor. © DPA Deutsche Presseagentur

Staufenberg (con). Viele Kirchen der Region stehen im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Ort. Umgeben von Rasen sind sie meist schön anzuschauen, was die Artenvielfalt angeht sieht es dagegen ganz anders aus. Aber das soll sich nun ändern: Gemeinsam mit Kindern und Konfirmanden haben sich vier Kirchengemeinden aus den Dekanaten Grünberg, Hungen und Kirchberg auf den Weg gemacht, die Kirchenhöfe im Rahmen des Projekts »Treffpunkt Biene und Co.

« zum Blühen zu bringen.

»Gerade jetzt zu Erntedank ist es Zeit, in den Kirchengemeinden sich für die Schöpfung zu bedanken. Aber auf den Kirchhöfen selbst gibt es meist nur wenig, um dankbar zu sein«, berichtet Doris Wirkner, Referentin der Fachstelle gesellschaftliche Verantwortung und Bildung der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg am Donnerstag vor der Kirche in Treis an der Lumda. Hier wurden in den vergangenen Wochen von Gärtner Herbert Becker gemeinsam mit den Konfirmanden Blühwiesen entlang der Mauern auf dem Kirchenhof angelegt, auf denen sich im kommenden Jahr viele Insekten tummeln sollen.

Dass sich Jugendliche daran beteiligen, war von Anfang an ein wichtiger Punkt in dem Projekt und Teil des übergeordneten pädagogischen Konzepts. »Wir wollen den Jugendlichen, aber auch anderen Personen, vermitteln, dass jeder selbst etwas tun kann«, sagt Wirkner. So hoffen die Gemeinden auch, dass noch mehr von dem Projekt erfahren und Kinder und Jugendliche gewissermaßen als »Multiplikatoren« dienen. Zudem sollen in Zukunft auch Info-Tafeln auf dem Kirchengelände auf die Bedeutung solcher Flächen für eine intakte Umwelt aufmerksam machen.

Pädagogisches Konzept

»Wir wollen den Menschen zeigen, dass man etwas ohne Verbote erreichen kann, indem man selbst etwas tut«, erklärt Wirkner, Neben dem praktischen Teil der Arbeit, wurde die Thematik aber auch im Konfirmandenunterricht und in der Kinderkirche immer wieder aufgegriffen.

Die Flächen hätten ursprünglich schon in diesem Jahr blühen sollen. Doch um das Projekt zu finanzieren, wollen die Verantwortlichen Gelder aus dem »Regionalbudget« nutzen, ein entsprechender Antrag wurde gestellt. »Leider lief der Bewilligungszeitraum bis Mai. Und ohne die Bewilligung konnten wir nicht starten«, sagt Wirkner. Nun aber sind die Flächen angelegt und werden ab dem kommenden Frühjahr hoffentlich sowohl Menschen als auch Insekten erfreuen.

An dem Projekt beteiligt sind bislang vier Gemeinden aus den Dekanaten. In Treis entstehen die Blühflächen rund um die Kirche entlang der Mauern. In Lich hat Dekanatsjugendreferentin Claudia Dörfler mit den Kindern und Jugendlichen angepackt und auf der Wiese hinter der Marienstiftskirche eine Blühfläche angelegt. An der modernen Kirche in Daubringen hat Pfarrer Traugott Stein den Ort zwischen Kirche und Kita für eine Blühfläche ausgesucht, sodass hier ein weiterer Standortvorteil zum Tragen kommen soll. Und auch die Kirchengemeinde in Ober-Ohmen im Vogelsbergkreis ist Teil des Projekts und hat eine Blühinsel direkt am Lutherweg geschaffen.

Verwendet wurde überall eine spezielle Wildsamen-Mischung, die aus mehr als 50 regionalen Arten besteht. Gemäht wird nur einmal im Jahr, im Sommer dienen die Blüten den Schmetterlingen und Wildbienen als Nahrung. Im Winter ernähren sich Kleintiere von den Samenständen, Insekten nutzen die trockenen Stängel als Rückzugsort.

»Wir wollen nicht, dass das hier eine Eintagsfliege wird. Das Projekt soll auch über die kommenden Jahre weitergeführt werden«, sagt Wirkner. Und Zuwachs ist auch schon in Sicht. »Die nächsten beiden Kirchengemeinden«, sagt Wirkner weiter »wollen im kommenden Jahr Anträge für das Regionalbudget stellen.«

Auch auf der Homepage haben sich die Dekanatsverantwortlichen des Themas angenommen. Unter https://giessenerland-evangelisch.ekhn.de finden sich vertiefende Informationen, wie man Blühwiesen selbst anlegen kann.

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BeeFriendly_Treis3_09102_4c_5 © Constantin Hoppe

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