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Die Sport- und Kulturhalle Treis wird entweder energetisch komplett saniert oder es entsteht ein Neubau.

Tendenz geht Richtung Neubau

  • VonVolker Heller
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Staufenberg (vh). Ungewöhnlich viele Zuhörer saßen jetzt in der Stadthalle. Der Finanzausschuss diskutierte über die Zukunft der Sport- und Kulturhalle Treis. Jene ist nicht etwa baufällig. Knackpunkt ist deren Energieverbrauch; »Höher als derjenige der Stadthalle«, informierte Bürgermeister Peter Gefeller (SPD).

Deshalb hatte das Parlament die Stadtverwaltung beauftragt, die Kosten für eine energetische Sanierung ermitteln zu lassen. Am Edelgarten, Standort der Treiser Halle, gibt es noch dazu ein zweites Anliegen. In der ehemaligen Genossenschaftshalle sollte nach einem Auszug des jetzigen Nutzers ein Begegnungszentrum eingerichtet werden. Im Gespräch war auch ein möglicher Anbau.

Unterdessen hat die Planungsgesellschaft Schmitt und Kollegen im städtischen Auftrag einen Kostenvergleich erstellt. Eine energetische Sanierung würde demnach etwa 1,8 Millionen Euro kosten. Damit wäre aber das Begegnungszentrum noch nicht bedacht. Ein Neubau als Drei-Feld-Sporthalle einschließlich der für ein Begegnungszentrum geeigneten Räume wäre für mindestens 5,1 Millionen Euro zu haben.

Dieser Neubau auf dem alten Grundriss würde um 6,50 Meter breiter. Die Innenmaße des Sportfeldes der Halle betrüge 24 mal 47 Meter. Weil die räumliche Infrastruktur in Treis zurückgehe, könne ein Neubau dieses Problem lösen, sagte Gefeller.

Die Vereine und Ortsbeiräte sollten gefragt werden und die gesamte Stadt hinter dem Vorhaben stehen. Vereine anderer Stadtteile könnten die neue Halle nutzen. Bauamtsleiter Thomas Kreiling erläuterte, eine notwendige Komplettsanierung sei mit so vielen Auflagen verbunden, dass praktisch kernsaniert werden müsste und am Ende nicht viel mehr als der Rohbau der jetzigen Halle übrig bliebe.

Ob diese Vorgehensweise auch die notwendigen Einsparungen bringe, sei dennoch unsicher. Auf dem Dach etwa könne keine Lüftung installiert werden. Mit der Sanierung werde die Nutzungsdauer der Halle vielleicht um die Hälfte noch einmal verlängert. Das sei möglich, aber »wirtschaftlich unsinnig«. Auf Nachfrage von Roland Ehmig (FW) informierte Kreiling, dass Sanierung und Neubau etwa gleich lange dauern würden, da beim Sanieren alles raus müsse. Sämtliche technischen Anlagen müssten erneuert werden. In einer Sanierung stecke immer mehr Ungewissheit als im Neubau, so Kreiling.

Wunsch: Mehr Räume für Vereine

Ehmig mahnte, mit Steuergeldern sorgsam umzugehen. Die Treiser seien mit ihrer Halle zufrieden, man benötige nur einen Raum für einige Vereine für bis zu 100 Personen. Eine neue Halle sei viel zu groß für den Ort. Die Halle sei zwar nach Plan gut belegt, aber es kämen immer nur 15 bis 20 Personen. Beim Anbau an die Kita nebenan habe man gesehen, wie schnell die Preise stiegen. Ehmig redete sich in Rage.

Claus Waldschmidt (SPD) sagte, man solle eine Arbeitsgruppe bilden, bestehend aus Vertretern aller Parteien, dem Bürgermeister, einem weiteren Magistratsmitglied und dem Vorsitzenden des Finanzausschusses: insgesamt 13 Personen. Diese würden eine Beschlussvorlage erarbeiten, möglichst alle Fragen klären und könnten bei Bedarf jederzeit fachkundigen Rat hinzuziehen. Nina Bienko (CDU) vertrat die Meinung, diese weiteren Spezialisten sollten Mitglied der Arbeitsgruppe sein.

Carsten Röhrscheid vom neuen Verein Treiser Dorfleben berichtete von einer Sitzung aller Ortsvereine Anfang November. Man habe gezielt den Raumbedarf erörtert. Mehrheitlich hätten die Vereine einen Neubau befürwortet. Allerdings mit mehreren Vereinsräumen. Der jetzt vorliegende Plan sieht nur einen Vereinsraum für 48 Personen vor. Ebenfalls sollte ein Neubau den kulturellen Betrieb stärker berücksichtigen. Das Papalala-Festival oder die Musicals hätten eine Bedeutung weit über Treis hinaus. Die jetzige Halle sei für Kultur sehr bedingt geeignet.

Gefeller nannte nochmals die Miteinbeziehung von Kirchengemeinde, Vereinen, Ortsbeiräten und der Treiser Grundschule. Reiner Mehler, Vorsitzender Finanzausschuss, wird die AG leiten. Einstimmig beschloss der Ausschuss die Einsetzung einer Arbeitsgruppe.

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