Das Mainzlarer Didier-Werk wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr geschlossen. FOTO: VH
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Das Mainzlarer Didier-Werk wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr geschlossen. FOTO: VH

Stadt überplant Didier-Gelände

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). Einstimmig haben die Mitglieder des Finanzausschusses am Dienstagabend die Aufstellung des Bebauungsplans Gewerbegebiet "Schamott" beschlossen, ebenso eine Veränderungssperre für die rund 20 Hektar große Fläche in Mainzlar.

Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) erläuterte, noch gebe es vom RHI-Konzern in Wien keine Erklärung zur mutmaßlich beabsichtigten Werksschließung. Doch die Hinweise auf diese Absicht seien so eindeutig, dass die Stadt Staufenberg augenblicklich handele und den Bereich neu überplanen lasse.

Verschiedene Nutzungen

Den Umgang von RHI mit der Belegschaft und dem Betriebsrat halte er für "beschämend", sagte Gefeller. Durch das "abenteuerliche Herumgeeiere" seien die Mitarbeiter "maßlos enttäuscht". Man hoffe weiterhin auf ein Umdenken, sei aber "nicht blauäugig" und plane deshalb schon die Zukunft.

Auf der betreffenden Fläche befinde sich ein Industrie- gebiet, Gewerbe und direkte Wohnbebauung. Gefeller: "Ein Konglomerat verschiedener Nutzungen". Erschwerend komme hinzu, dass die Werkswohnungen vor Jahren verkauft wurden. Planer Mathias Wolf vom Büro Fischer teilte mit, über Generationen hinweg (113 Jahre) habe das Werk sich entwickelt, aber "es gibt keinen ordnenden Bebauungsplan".

Falls die Fläche nun neu erschlossen werde, müsse ein Bebauungsplan zur Satzung gebracht werden. Etliche Gutachten seien nötig. Um etwaige private Eingriffe während der Planungsphase zu unterbinden, sei die Veränderungssperre zu beschließen. Das Stadtparlament tagt wieder am 15. Dezember. Würde es dann den Bebauungsplan aufstellen, blieben Staufenberg gut drei Jahre Zeit für den abschließenden Satzungsbeschluss. So lange gilt dann die Veränderungssperre. Wolf: "Es muss also stetig weiter geplant werden". Zwar fehle der Bebauungsplan, aber der Bestand sei genehmigt worden.

Wilfried Schmied (CDU) bezeichnete die Situation als "planungsrechtlich eine große Katastrophe". Das Dilemma gelte für die Stadt ebenso wie für das Unternehmen. Die Gutachten kosteten viel Zeit und Geld. Der im Planungsbereich liegende Spielplatz (Ecke Didierstraße/In den Erlen) solle erhalten bleiben.

Ausschuss und Bürgermeister schlossen sich dieser Meinung an: Spielplatz ja, aber vielleicht an einer günstigeren Stelle. Manfred Hein (FW) hielt die Lage jedoch für zu gefährlich. Der Bürgermeister kündigte an, sobald das Parlament die Planaufstellung beschlossen habe, werde er die Konzernleitung in Wien kontaktieren.

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