Jürgen Krist erzählt intelligente Texte zu Gitarrenspiel.
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Jürgen Krist erzählt intelligente Texte zu Gitarrenspiel.

Der Schöngeist von nebenan

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). Viel zu lange hatte im Kulturcafé des Impuls-Vereins in Daubringen die Kultur gefehlt. Wegen der Corona-Krise war auch die für das Frühjahr geplante Eröffnung ausgefallen. Immerhin fanden einige Café-Termine statt, wobei die großzügige Außenterrasse genutzt wurde. Ein Open-Air-Konzert mit der Band "Radio 2020" stellte die Tauglichkeit des Außengeländes für solche Termine unter Beweis. Kürzlich wurde die Ausstellung mit Werken von Mehrit Safari eröffnet.

Nun, da wetterbedingt die Zeit der Freiluftveranstaltungen vorüber ist, wurde die Bühne im großen Saal des Cafés eingeweiht. Jürgen Krist, der im bürgerlichen Leben einen handwerklich-künstlerischen Beruf ausübt, gibt sich gerne auch als Liedermacher. Er sang von der Einzigartigkeit des Lebens, begleitet auf seiner Gitarre. Impuls-Vorsitzende Bärbel Pohl-Hondrich begrüßte die Gäste und stellte Krist vor. Mit ihm habe sie lange Zeit Akrobatik gemacht. Krist habe irgendwann angefangen, für Geburtstage persönliche Lieder zu schreiben.

Potenzial zu mehr

Krist kommt auf jeden Fall selbstbewusst daher, gefällt sich im Understatement und gibt den Schöngeist von nebenan, der locker mit Dialekteinschlag das Publikum anspricht. Krist hätte das Potenzial zu mehr. Das stellte er im Kulturcafé auch unter Beweis.

Seine Machart ähnelt die eines Reinhard Mey. Wenn er einmal in Fahrt gekommen ist, strahlt der Mann vom Dorf eine weltmännische Botschaft aus, erzählt intelligente Texte zu prallem Gitarrenklang. Man lauscht dem gebannt. "Wir werden immer reifer" heißt das Einstiegslied.

"Das kleine Herzlied" soll dazu verführen, über Innehalten zu begreifen, wie dieses Organ Tag und Nacht arbeitet. Dieses Wunderding könne aber auch vor Kummer weinen. Krist vertont die Begegnung mit uns selbst, das Verwundbare (ist keine Sackgasse), die Unzufriedenheit (wir nehmen mehr als wir brauchen). Seine Gitarre drängt lautstark nach vorne, der Texter sieht sich einmal aus der Vogelperspektive schauend, dann wieder mitten im Gedränge. Das erste Kulturcafé war für die Zuhörer eine erfüllte Zeit. FOTO: VH

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