Rund 150 Arbeitsplätze in Gefahr

"Schamott" in Mainzlar: Gewerkschaft geht von Schließung aus

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Die Situation am Standort Mainzlar spitzt sich offenbar zu: Laut Gewerkschaft hat der Konzern RHI Magnesita zu Verhandlungen über einen Sozialplan aufgefordert, die Schließung sei geplant. Man werde aber nicht kampflos aufgeben.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) geht davon aus, dass das Mainzlarer Werk von RHI Magnesita (ehemals Didier) geschlossen werden soll. Der Konzern mit Sitz in Wien plane, "rund 150 gut bezahlte Tarif-Arbeitsplätze von Arbeitnehmern der feuerfesten Industrie auf die Straße zu setzen", heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitagnachmittag.

Im September hatte die Gewerkschaft, wie berichtet, auf "Warnsignale" aufmerksam gemacht - etwa das Herunterfahren eines Tunnelofens und die Auflösung zweier Ausbildungsverträge. Der Konzern wollte sich zu konkreten Plänen damals nicht äußern, bestätigte aber Einschnitte. Die Staufenberger Kommunalpolitik hatte in einer Resolution gegen die drohende Schließung scharf protestiert.

"Obwohl sowohl von uns als auch von lokaler sowie regionaler Politik mehrfach betont wurde, dass es keinen Beschluss zur Schließung des Werkes in Mainzlar gibt, wurde der Betriebsrat knapp vier Wochen vor Weihnachten zu Sozialplanverhandlungen aufgefordert", äußert sich der zuständige Gewerkschaftssekretär Julian Fluder. Es werde "ein falsches Spiel getrieben". Bisher seien seitens des RHI-Vorstandes die Schließungsgerüchte dementiert worden.

"Die Schließung des Werkes steht für den Arbeitgeber fest, auch wenn die Auftragsbücher weiterhin gut gefüllt sind", wird Michael Schwarz, Vorsitzender des Betriebsrates in Mainzlar, zitiert. Einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Abschaltung des ersten Tunnelofens habe das Landesarbeitsgericht in Frankfurt im Oktober abgelehnt.

"Hier passt einfach gar nichts zusammen, von wirtschaftlicher Vorgehensweise kann keine Rede sein", so Fluder. Nun gehe "ein Stück Geschichte und gleichzeitig ein Stück Zukunft in Staufenberg verloren". Betriebsrat und Gewerkschaft seien sich aber einig: "Es geht darum, Arbeitsplätze zu erhalten und im Zweifel das beste für die Beschäftigten rauszuholen. Kampflos wird nichts aufgegeben."

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