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Marcus Reich und Cordula Poos umrahmen die "Sternstunde" musikalisch.

In der Ruhe liegt die Kraft

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Staufenberg (vh). Die vermeintlich moderne Gesellschaft lebt ihre Widersprüche. Dazu zählt der Wunsch nach stetiger Mitteilung, insbesondere in den sozialen Medien, und die Angst vor der totalen Durchleuchtung. Daraus resultierende Fragen wie "Brauchen wir Geheimisse?" oder "Wem können wir uns anvertrauen?" stellte jetzt die "Sternstunde", der besondere Gottesdienst in der Treiser Michaelskirche. Das Duo Poco piu mit Marcus Reich (Percussion) und Cordula Poos (Harfe) schob musikalische Klänge zwischen Gebete (von Christiane Amend-Hauer), Lesungen, Vorträge und Predigt (Pfarrer Andreas Lenz).

Carsten Röhrscheidt trug den Text "Der gläserne Mensch" vor, Poco piu untermalte die eindringlichen Worte. Ein Rap - "Fett im Internet" - ging ebenfalls auf Röhrscheidts Konto. Luisa Heidlas Lesung trug den Titel "Lehrer für alle offen und doch verschlossen". Die Konfirmanden traten auf mit dem Vortrag "Sich öffnen - sich verschließen". Die iranischen Flüchtlinge Elaha und Mahdyar Hosseini berichteten über Erfahrungen mit Offenheit in Deutschland. Bei der Frage wieviel Transparenz dem Menschen gut tue, landete Pfarrer Lenz bei Laotse, dem chinesischen Philosophen. Dessen Weisheitsspruch "Die größte Offenbarung liegt in der Stille" scheint das Mitteilungsbedürfnis unserer Tage auf den Kopf zu stellen.

Momente ohne Worte

Gute Gespräche unter Freunden benötigten kurze Momente des Stockens, um das Wesentliche zu teilen, folgerte Lenz. Die glücklichsten Momente nannte er jene, wenn einem die Worte fehlten. Die völlig andere Vorgehensweise böten Reality-Shows mit ihrem zur Schau gestellten Detailreichtum.

Die Kollekte kam der Diakonie zugute. Zur Nachfeier mit Imbiss und Getränken traf man sich im Gemeindehaus. Die nächste "Sternstunde" am 16. November blickt zurück auf 20 Jahre besondere Gottesdienste.

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