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Der Geldautomat in der Treiser Hauptstraße bleibt zunächst bis 2022 erhalten, danach soll die Bargeldversorgung über den geplanten Dorfladen abgewickelt werden.

»Riesige Erleichterung« in Treis

Staufenberg (pm/keh). Aufatmen in Treis: Der Geldautomat der Volksbank Mittelhessen bleibt zunächst bis 2022 am jetzigen Standort in der Hauptstraße bestehen. Dies bestätigte der Sprecher des Geldinstitus, Dennis Vollmer, am Freitag in einer Pressemitteilung. Zur Stärkung der schwindenden Infrastruktur ist in Treis ein Dorfcafé mit integriertem Dorfladen geplant.

Ziel der Volksbank ist es, die Bargeldversorgung für die Dorfbewohner perspektivisch über den Laden abzubilden.

Im September vergangenen Jahres erhielt Bürgermeister Peter Gefeller die für ihn »überraschende« Nachricht, dass die SB-Filiale im Juli 2021 abgebaut werden soll. Gar keine Möglichkeit mehr zu haben, im Dorf an Bargeld zu kommen, wäre ein schlechtes Zeichen in die Bevölkerung hinein, sagte Gefeller damals.

Und auch bei den Anwohnern regte sich Widerstand, etwa in Form einer - coronakonformen - Demonstration des Seniorenbeirats vor dem Automaten.

Stadtrat Dieter Preis sammelte auf eigene Faust über 1100 Unterschriften, Frau Regina beschrieb seinen Kampf gegen den Abbau als »David gegen Goliath«.

Die Volksbank gab damals an, den Geldautomaten wegen mangelnder Frequentierung abschaffen zu wollen - seit Jahren lägen die Nutzungszahlen unterhalb eines wirtschaftlich vertretbaren Niveaus.

In der Pressemitteilung erklärte Bank-Vorstand Dr. Lars Witteck nun: »In allen Teilen des Geschäftsgebietes bleibt die Bargeldversorgung für unsere Mitglieder und unsere Kunden erklärtes Ziel.« Daher habe man gemeinsam mit den Vertretern der Stadt einen Kompromiss gefunden, der beiden Seiten gerecht werde, heißt es vonseiten der Volksbank.

Zur Stärkung der Infrastruktur möchte die Stadt ein Modellprojekt zur Innenentwicklung des alten Dorfkerns umsetzen und plant in diesem Zuge Dorfcafé und -laden. Die Volksbank unterstütze die Eröffnung eines Dorfladens, laut Vollmer werde die SB-Filiale deshalb übergangsweise nicht abgebaut.

Die Stadt Staufenberg möchte die in der Mitte von Treis gelegene ehemalige Genossenschaftshalle in eine Begegnungsstätte umgestalten. Dieses Vorhaben ermögliche dem Geldinstitut die Option, die Bargeldversorgung in Treis über das Geschäft darzustellen, heißt es in der Mitteilung. Die Kunden könnten dann, wie bei vielen Einzelhändlern heute üblich, nicht nur ihren Einkauf an der Kasse bezahlen, sondern dort auch Geld abheben. Gerade Senioren hatten befürchtet, künftig in die Kernstadt oder das benachbarte Allendorf fahren zu müssen, um an Geld zu kommen.

Vorteile für alle

Bürgermeister Gefeller bezeichnete die Einigung mit dem Geldinstitut als »großen Vorteil« für alle. Gerade für die älteren Treiser Bürger sei das sichern der Bargeldversorgung eine »riesige Erleichterung.« Auch Dieter Preis ist zufrieden, dass nun ein weiteres Jahr gewonnen wurde. »Meine Unterschriftensammlung hat maßgeblich zu dem Ergebnis beigetragen«, sagte er.

Zusammen mit Gefeller hatte er die Listen nach Gießen gebracht und Gespräche mit dem Volksbank-Vorstand geführt. Die Verantwortlichen hätten eingesehen, dass die vorgeschlagenen Lösung der bessere Weg sei. Wenn das mit dem Dorfladen funktioniert habe, werde neu verhandelt. »Meiner Meinung nach können die sich dann aber nicht mehr herausziehen«, meinte Preis.

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