Über die Zukunft des Werks in Mainzlar führen RHI Magnesita und der Betriebsrat nun Gespräche. 	ARCHIVFOTO: HENß
+
Über die Zukunft des Werks in Mainzlar führen RHI Magnesita und der Betriebsrat Gespräche. (Archiv)

Belegschaft in Sorge

Großer Arbeitgeber im Kreis Gießen: Das Aus im Sommer scheint beschlossen

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Rund 130 Mitarbeiter sind von der geplanten Schließung des RHI-Magnesita-Werks in Mainzlar betroffen. Der Betriebsrat äußerst Kritik und Unverständnis für die Entscheidung der Unternehmensleitung.

Der Konzern RHI Magnesita hält an der Schließung des Standortes in Mainzlar fest. Zum 30. Juni dieses Jahres soll endgültig Schluss sein.

Das teilt Betriebsratsvorsitzender Michael Schwarz aus den Verhandlungen mit der Unternehmensleitung mit. Rund 130 Mitarbeiter sind von der geplanten Werksschließung betroffen. Seit Monaten kämpfen Belegschaft, Betriebsrat, Gewerkschaft und Lokalpolitik für den Erhalt des Traditionsunternehmens. Zumal sie der Auffassung sind, dass an dem Standort in Mainzlar sehr wohl schwarze Zahlen geschrieben werden. Laut Betriebsrat benennt die Unternehmensleitung »strategische Gründe« für ihre Pläne.

Nach Protesten im Dezember angesichts einer drohenden Schließung zum 30. April war Hoffnung aufgekeimt, die Produktion doch länger aufrechterhalten zu können.

RHI Magnesita in Mainzlar: »Schamott« vor dem Aus

In der vergangenen Woche erst hatte der Betriebsrat der Unternehmensleitung sein Ein-Ofen-Konzept vorgestellt. Die Unternehmensseite hat laut Betriebsrat Schwarz aus diesem Anlass derweil erklärt, aus strategischen Gründen dennoch an der Schließung des Standortes Mainzlar zum 30. Juni 2021 festhalten zu wollen. Schwarz: »Wir haben Bedenken geäußert, dass die für 2021 geplanten Aufträge ab dem 1.7. von anderen Werken abgearbeitet werden können.« Der Betriebsrat kann diese Entscheidung weiterhin nicht nachvollziehen und hat eine gute soziale Abfederung für die Beschäftigten gefordert: Stichworte sind Sozialplan und Transfergesellschaft. Die Arbeitgeberseite hat sich laut Schwarz »im Grundsatz« mit einer Transfergesellschaft einverstanden erklärt.

Bei RHI Magnesita, ehedem Didier, und im Volksmund »Schamott« genannt, werden seit 1907 feuerfeste Steine hergestellt. Heute ist das Werk in Mainzlar auf chromfreie Sorten für den Einsatz in der Zement-, Kalk- und Glasindustrie spezialisiert. Der überwiegende Teil geht in den Export. In den 1970er Jahren zählte das Werk fast 700 Beschäftigte, aktuell um die 130.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare