Ein politisches Bekenntnis

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Die Heinzelmännchen wünscht man sich immer dann als Helfer, wenn einem die Arbeit zu viel wird. Doch die sagenhaften Kobolde, die nur nachts arbeiteten, wurden einst dabei beobachtet und seitdem hat sie niemand mehr gesehen. Kurt Noack setzte ihnen 1912 in Berlin mit seinem Charakterstück "Heinzelmännchens Wachtparade" ein musikalisches Denkmal. Prominente Salon-Orchester stürzten sich auf die Noten, das Stück fand rasch Anerkennung, auch im Ausland. Gleichwohl lächelte das Feuilleton fortan nur, und so hört man dieses Stück Berliner Kulturgut aus der guten alten Zeit selbst heute eher selten.

Die Heinzelmännchen wünscht man sich immer dann als Helfer, wenn einem die Arbeit zu viel wird. Doch die sagenhaften Kobolde, die nur nachts arbeiteten, wurden einst dabei beobachtet und seitdem hat sie niemand mehr gesehen. Kurt Noack setzte ihnen 1912 in Berlin mit seinem Charakterstück "Heinzelmännchens Wachtparade" ein musikalisches Denkmal. Prominente Salon-Orchester stürzten sich auf die Noten, das Stück fand rasch Anerkennung, auch im Ausland. Gleichwohl lächelte das Feuilleton fortan nur, und so hört man dieses Stück Berliner Kulturgut aus der guten alten Zeit selbst heute eher selten.

Marlon Esenkan, der junge selbstbewusste Dirigent des Musikzugs Staufenberg, fragt glücklicherweise nicht beim Feuilleton nach, was sein Orchester spielen kann und dem Publikum guttut. Er stellte das Frühjahrskonzert 2019 des Musikzugs unter Mitwirkung des Blasorchesters Lollar unter das Motto "30 Jahre Berliner Mauerfall" und entpuppte sich als durchaus politischer Mensch.

Esenkans Antrittskonzert bei diesem jährlichen Frühjahrstermin begann mit einer politischen Rede und endete mit der Nationalhymne. Damit wurde in der Staufenberger Stadthalle, wo ansonsten im Keller (Sitzungssaal) Politik gemacht wird, ein völlig neues Kapitel aufgeschlagen.

Idealen verpflichtet

Das Publikum erkannte rasch, dass Werke wie "Heinzelmännchens Wachtparade" oder Paul Linckes "Berliner Luft" trivial sein mögen, aber den Musikern durchaus mehr technische Spielfiguren abfordern wie der harmonischste Walzer. Viel Prominenz im Publikum hörte mit: Kreisbeigeordneter Istayfo Turgay in Vertretung der Landrätin, der heimische Landtagsabgeordnete Frank-Tilo Becher, der stellvertretende Präsident des Hessischen Sängerbunds, Klaus Semmler, Stadtbrandinspektor Oliver Ortwein, vom Musikausschuss des Hessischen Landesfeuerwehrverbands, Medienwart Michael Thron, Ehrenbürgermeister Horst Münch und Bürgermeister Peter Gefeller.

Esenkan erinnerte an weitere Gedenktage in diesem Jahr: 80 Jahre Beginn des Zweiten Weltkriegs und 70 Jahre Grundgesetz. Den Idealen von Einigkeit und Recht und Freiheit sollte man heute noch verpflichtet sein, forderte Esenkan auf. Der Dreiklang vom Konzertbeginn wiederholte sich später musikalisch, denn das Frühjahrskonzert endete mit der Nationalhymne oder, weil das begeisterte Publikum keine Ruhe gab, mit den "99 Luftballons". Bianka de Waal-Schneider moderierte den Abend. Weitere Titel des Orchesters – "Gruß an Oberbayern", "Walzerträume", "Ein halbes Jahrhundert", "Schutzmannmarsch", "You raise me up", "Go West" und "Another Brick in the Wall" – bewiesen dessen Vielseitigkeit..

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