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Ein Platz in Staufenberg zur Erinnerung an Peter Kurzeck

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Bürgermeister Peter Gefeller und Ilona Fuchs vom Freundeskreis enthüllen das Schild mit der Aufschrift »Peter-Kurzeck-Platz« im Beisein vieler Gäste, so neben anderen Stroemfeld-Verleger KD Wolff (2.v.r.). 	(Foto: no)
Bürgermeister Peter Gefeller und Ilona Fuchs vom Freundeskreis enthüllen das Schild mit der Aufschrift »Peter-Kurzeck-Platz« im Beisein vieler Gäste, so neben anderen Stroemfeld-Verleger KD Wolff (2.v.r.). (Foto: no) © Norbert Schmidt

Staufenberg (no). Sie waren mehr als überrascht am Sonntag, die fleißigen Akteure des Freundeskreises Peter Kurzeck: Rund 100 Menschen, zum Teil von weither angereist, trafen einander auf dem alten Pausenhof der Roten Schule, um dabei zu sein, wenn dieses Areal offiziell einen neuen Namen erhält, wenn das große Carrée unter den Linden (die Seite der Mädchen) und Eichen (Jungen) dem Schriftsteller, Erzähler und Ehrenbürger gewidmet wird.

Und um darüber hinaus noch ein wenig an und in diesem Ort zu bleiben, der dem Literaten schier unerschöpflicher Quell war für Selbstreflexion und Gesellschaftsbetrachtung, für eine Skizze des Lebens in den Jahren der bundesrepublikanischen Pubertät.

»Die ganze Gegend erzählen, die Zeit!« Mit einem Zitat des 1943 in Tachau geborenen, 1946 in Staufenberg gestrandeten und 2013 in Frankfurt verstorbenen Beobachters und Chronisten war die Veranstaltung überschrieben, zu der eben nicht allein die Platzeinweihung durch Bürgermeister Peter Gefeller zählte und über die noch ausführlicher zu berichten ist.

Mit Geist, Humor und Witz habe Kurzeck Staufenberg ein literarisches Denkmal gesetzt, sagte der Bürgermeister. Harry Oberländer vom Hessischen Literaturforum, ein Kurzeck-Kenner und -Wegbegleiter sollte hierzu später, beim Festakt im Burghaus, noch sehr viel deutlicher werden, als er gar von Einzigartigem sprach, das der literarische Bohémien mit und vor allem für Staufenberg geschaffen habe. Gefeller erinnerte an Kurzecks relative Selbstverliebtheit: Die Schule solle einmal nach ihm benannt werden, habe dieser als Jugendlicher gesagt. Nun, nach dem viel zu frühen Tod, erhalte immerhin der (im Gesamtwerk ebenfalls fest verankerte) Schulhof den Namen des Ehrenbürgers.

»So selbstverständlich ist das nicht«, witzelte das Stadtoberhaupt: Aber der Beschluss der Stadtverordneten in dieser Sache erging einstimmig. Lautstark dann der Beifall, als Gefeller gemeinsam mit Ilona Fuchs vom Freundeskreis ein samtenes blaues Tuch zur Seite nahm, das über einem der frisch sanierten Basalt-Zugangspfosten gehangen hatte. Darunter ein Emailleschild mit der Aufschrift »Peter-Kurzeck-Platz«; weiße Buchstaben auf tief dunkelblauem Untergrund, so wie früher die Straßenschilder waren im Oberhessischen.

Anschließend übernahmen die lokalen Kurzeck-Weggefährten Roland Heger und Hans Fink die Regie, führten die Besucher durch den Ortskern – vorbei an den Lokalitäten, die in Kurzecks Leben eine Rolle spielten, die Eingang fand in sein Werk. Klasse, wie beide das machten – Heger als erzählender Erinnerer (ganz in der Tradition seines »Flüchtlingsfreundes« Peter), Fink als Rezitierender.

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