+
Das Kita-Team um Leiterin Birgit Theophel (links) freut sich auf die Betreuung weiterer Kinder. 

DRK-Kita

Pilotprojekt: Neue Kita in Daubringen hat Betrieb aufgenommen

  • schließen

Erstmals ist im Kreis Gießen eine Kita in Betrieb gegangen, die vom DRK gebaut wurde. Mit diesem Konzept gehen der Träger und die Stadt Staufenberg neue Wege. Das Gebäude soll auch mehr sozialen Austausch ermöglichen.

In Daubringen hat ein Modellprojekt den Betrieb aufgenommen: Die neue Kindertagesstätte ist seit dem 17. Februar in Betrieb, nun haben die Verantwortlichen Einblicke gegeben. Das Besondere an dem Projekt: Erstmals hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in der Region eine Kindertagesstätte selbst bauen lassen. Bislang betreibt das DRK eine Kita in Gießen, auch in zwei solchen Einrichtungen in Rabenau liegt die Trägerschaft neuerdings beim DRK.

Was macht es aus Sicht der Organisation attraktiv, sich nun auch im Bereich der Kinderbetreuung verstärkt als Arbeitgeber und Träger zu engagieren? Man könne die eigenen Grundsätze in diesem Bereich gut verwirklichen, sagt Birgit Plenz, Sachgebietsleiterin Jugend und Soziales beim DRK-Kreisverband. Zudem ergäben sich durch den Betrieb mehrerer Einrichtungen auch Synergieeffekte - etwa Austauschtreffen auf Leitungsebene, um voneinander zu lernen. Viele Kommunen seien bestrebt, den Betrieb ihrer Kitas auf mehrere Träger zu verteilen, um für Vielfalt zu sorgen. Derzeit, sagt Plenz, gebe es Gespräche im Kreis über den Betrieb weiterer Einrichtungen durch das DRK, doch sei "noch nichts spruchreif".

DRK-Kita: Zurzeit Eingewöhnungsphase

Konzeptionell kommt die DRK-Kita bewusst offen daher: Die Kinder ab drei Jahre sind nicht festen Gruppen zugeordnet, sondern können sich in verschiedenen Funktionsräumen verwirklichen. So gibt es einen Kreativ-, einen Bewegungs- und einen Rollenspiel- und Musikraum. Auch eine kleine Bibliothek ist angedacht. Zurzeit sind 18 Kinder in der Eingewöhnungsphase, die zwischen sechs und 16 Tage dauern kann. So lange werden die Eltern in den Kita-Alltag eingebunden.

Bei voller Belegung bietet die zweigeschossige Kita Platz für 24 Kinder unter drei Jahren in "Nestgruppen" und 50 Kinder im Ü-3-Bereich. Bürgermeister Peter Gefeller geht davon aus, dass die Kita bis Ende des Jahres voll belegt sein wird, schon jetzt gebe es viele Anfragen. Die Schaffung der neuen Kapazitäten in Daubringen entlaste auch die Raumsituation in anderen städtischen Kitas. Mit der neuen Einrichtung zeigt sich Gefeller überaus zufrieden: "Ich habe noch nie eine so schöne Kita gesehen."

Die modern und hell gestaltete Kita erstreckt sich über die beiden Obergeschosse. Im Erdgeschoss des für insgesamt 6,4 Millionen Euro erbauten Gebäudes ist eine Logopädie-Praxis eingezogen, die auch einen Mehrwert für den Kita-Alltag bringen soll. Außerdem wird dort ein Familienzentrum entstehen. Im ersten Stock, gegenüber dem Kita-Bereich, wird sich der Verein "Im-Puls" einmieten und eine Begegnungsstätte betreiben, die Raum für Veranstaltungen verschiedenster Art bietet. Ziel ist auch, dass hier generationsübergreifend Menschen zusammenkommen und sozialer Austausch vorangetrieben wird. Allein die Kita-Errichtung wurde mit rund einer Million Euro aus Bundesmitteln gefördert.

DRK-Kita: Bouffier kommt zum Tag der offenen Tür

Die Suche nach geeignetem Personal war laut Kita-Leiterin Birgit Theophel "gar nicht schwierig". Es habe zahlreiche Bewerber gegeben, man habe ein Team aus Neueinsteigern und erfahreneren Erziehern zusammenstellen können. Ausgezahlt habe sich auch die frühe Planung: Sie selbst wurde bereits zum 1. September eingestellt, um den Start des Kita-Betriebs in Ruhe vorbereiten zu können. Vor der Beschäftigung in Daubringen hat Theophel knapp 30 Jahre eine Kita in Büdingen geleitet. Momentan ist sie in Daubringen für sechs Mitarbeiter verantwortlich, weitere sollen mit steigender Belegung folgen. Noch ist der Innenausbau nicht ganz beendet, der Kita-Außenbereich ist noch eine Baustelle. Doch die Verantwortlichen sind optimistisch, dass bis zum 9. Mai alles fertig sein wird. Für diesen Tag hat sich auch Ministerpräsident Volker Bouffier angekündigt, um den Bau bei einem Tag der offenen Tür einzuweihen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare