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Geht mit gutem Beispiel voran: Staufenbergs Bürgermeister bei der Blutspendeaktion der Stadtverwaltung.

»Nur ein kleiner Piks«

Staufenberg (keh). Acht blaue Liegen stehen auf Abstand in der Staufenberger Stadthalle verteilt. Drei Arzthelferinnen in weißen Kitteln warten auf die ersten Spender. Zwei Studenten sitzen an der Anmeldung, eine Studentin betreut die Voruntersuchung. Ärztin Karin Möller ist im Nebenzimmer, um die Arztgespräche durchzuführen. Natürlich trägt jeder eine medizinische Maske.

Um 11 Uhr treffen die ersten freiwilligen Blutspender ein. Es sind alles Mitarbeiter der Staufenberger Stadtverwaltung, auch Bürgermeister Peter Gefeller ist unter ihnen.

Spenden rückläufig

»Für uns ist es nur ein kleiner Piks, für viele andere eine zweite Chance«, beschreibt er die Motivation der Angestellten, bei der Blutspendeaktion mitzumachen. Durch eine Pressemitteilung sei er auf die gefährliche Rückläufigkeit an Spenden während der Corona-Pandemie aufmerksam geworden.

Möller bestätigt, dass es deutlich weniger Spenden als sonst gebe. Zur jetzigen Zeit fänden sich jedes Jahr saisonbedingt weniger Spender, da diese an Grippe erkranken oder sich Studenten in den Semesterferien befänden. Doch während der Pandemie kommen aus Vorsicht noch weniger Freiwillige. »Die Leute haben sich einfach daran gewöhnt, nicht mehr rauszugehen«, sagt Möller vom Uniklinikum Gießen (UKGM). Deshalb gebe es weniger Blutspenden, der Bedarf sei jedoch weiterhin hoch.

Auf die Idee, eine Spendenaktion für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung anzubieten, kam Steven Herdman, erzählt der Bürgermeister. Der Leiter des Ordnungsamtes sei selbst regelmäßiger Spender und versuche, ein- bis zweimal im Jahr Blut abzugeben. »Ich hatte das schon mal bei meinem alten Arbeitgeber gemacht. Das ist eine schöne Idee, dass man quasi ›direkt vor der Haustür‹ Blut spenden kann«, sagt Herdman. Als Initiator war er auch der erste der insgesamt 48 angemeldeten Spender.

Ihm folgte Gefeller, der angab, dass er seine letzte Blutspende bei der Bundeswehr getätigt habe. »Ein besonderer Anreiz für mich war, dass es dafür einen Tag Sonderurlaub gab«, witzelte er. In einem ernsteren Ton erklärt er noch, dass sich 25 bis 30 Mitarbeiter anmelden mussten, damit die Aktion stattfinden konnte. »Ich war freudig überrascht, dass wir die 30 schon nach zwei Tagen hatten«, so Gefeller. Es sei wirklich »ganz toll«, dass sich so viele freiwillige Spender gefunden hätten, die Gutes tun wollten. »Ich freue mich, dass die Stadtverwaltung Staufenberg so einen kleinen Hilfebeitrag leisten kann«, sagte der Bürgermeister.

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