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»Nicht immer linientreu«

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Von: Jonas Wissner

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Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller (r.) bei der Ehrung durch seinen Lollarer Amtskollegen Bernd Wieczorek. © Jonas Wissner

Staufenberg (jwr). »Jetzt kommt die große Abrechnung!«, meinte Lollars Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek scherzhaft, bevor er die Ehrung vollzog: Am Dienstag hat er im Rahmen der Staufenberger Stadtverordnetensitzung als Vorsitzender der Dienstversammlung der Kreis-Bürgermeister seinen Staufenberger Amtskollegen Peter Gefeller für zehn Jahre im Amt geehrt.

Lob von Fraktionen

Der Beruf des Bürgermeisters habe sich »in den letzten Jahren sehr gewandelt«, sagte Wieczorek. In dem Amt müsse man sich mittlerweile als Generalist verstehen, sich mit verschiedensten Themen auseinandersetzen - von Cyber-Kriminalität über Daten-Management-Systeme bis zu Rechtsansprüchen auf Kita-Plätze und dem Klimawandel. »Es ist oft eine Position zwischen den Stühlen«, vielfach gebe es wenig Akzeptanz, so Wieczorek weiter.

»Er ist nicht immer linientreu, das zeichnet ihn auch aus«, sagte der Lollarer Bürgermeister über Gefeller. Anfangs seiner Dienstzeit habe er »die Interessen der Stadt noch sehr kompromisslos vertreten«, mittlerweile zeige er »Amtsmilde«. Wieczorek weiter: »Du hast die Stadt Staufenberg durch deinen anzuerkennenden Einsatz auch nach außen repräsentiert.« Aus einem »Einzelplayer« sei »ein Teamplayer geworden«.

Außerdem informierte er Gefeller, dass der Vorstand der Kreis-Bürgermeisterrunde ihn nun als Nachrücker nominieren werde. »Ich wünsche dir weiter eine glückliche Hand, viel Freude und vor allem einen gesunden Optimismus«, sagte Wieczorek und überreichte eine Ehrenurkunde im Namen der Landesregierung und des Hessischen Städte- und Gemeindebunds.

Vertreter aller fünf Fraktionen des Staufenberger Parlaments gratulierten SPD-Mann Gefeller zum Dienstjubiläum in seiner zweiten Amtszeit. Ralph Wildner übergab ihm für die GAL-Fraktion unter anderem eine kleine Lokomotive, »die wird dich im Zweifel auf das richtige Gleis zurückbringen«. Sowohl GAL als auch SPD hoben die aus ihrer Sicht gute Zusammenarbeit Gefellers mit der bisherigen rot-grünen Koalition hervor.

»Lassen Sie uns einfach intensiv weiterarbeiten«, sagte Wilfried Schmied (CDU) an die Adresse des Geehrten. Horst Watz (FDP) fasste sich kurz: »Mach weiter so!« Für die FW-Fraktion gratulierte Manfred Hein: »Ich möchte erwähnen, dass du ein Bürgermeister für uns alle warst. Du hast keine Fraktion bevorzugt - das rechne ich dir hoch an.«

Er habe festgestellt: »Alleine geht es nicht, gemeinsam sind wir viel stärker, auch gegenüber größeren Institutionen«, sagte Gefeller. Er habe sich vorgenommen, »ein Bürgermeister für alle zu sein«, aber: »Es allen recht zu machen, muss man sich schnell abschminken, sonst wird man beliebig.« Er freue sich über die Glückwünsche und werde »weiter versuchen, derjenige zu sein, der allen zuhört«.

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