Die Gäste der kleinen Feierstunde zur Eröffnung des Memoriam-Gartens auf dem Friedhof Staufenberg. FOTO: VH
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Die Gäste der kleinen Feierstunde zur Eröffnung des Memoriam-Gartens auf dem Friedhof Staufenberg. FOTO: VH

Neue Form der Bestattung

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). "Der Weg war eine Schotterpiste", sagt Bürgermeister Peter Gefeller. Daneben hätten sich Maulwürfe getummelt. Heute liegt dort Bessunger Kies, und angrenzend gibt es den ersten Memoriam-Garten auf einem städtischen Friedhof in Staufenberg. Im Verlauf einer Feierstunde mit geladenen Gästen, etwa Bestattern, wurde die Anlage nun vorgestellt.

Statt Maulwürfen tummeln sich nunmehr (oberirdisch) Insekten und kleine Schmetterlinge auf der Herbstbepflanzung. Gefeller blickte auf die Anfänge zurück. Die treibende Kraft hinter alldem sei der damalige Staufenberger Ortsvorsteher Hans Fink gewesen (war anwesend).

Weitere Anlagen möglich

Die Bestattung in einem Memoriam-Garten koste als Komplettangebot möglicherweise etwas mehr, fand Gefeller. Man könne aber hier schon zu Lebzeiten für sich selber eine Grabstelle planen. Wenn die Neuanlage auf Zustimmung stoße, könne man auch die übrigen drei Friedhöfe damit ausstatten, so Gefeller. Eine Box mit Informationsbroschüren befinde sich bereits auf jedem Friedhof.

Der Memoriam-Garten ist eine Grabfläche innerhalb des Friedhofs. Die Gebührensatzung behält ihre Gültigkeit. Für die Gestaltung, Bepflanzung und Grabpflege während der Ruhefrist (25 bis 30 Jahre) werden Fachleute vertraglich verpflichtet.

In Staufenberg ist das die Gärtnerei Wittmann (Mainzlar) und der Betrieb Naturstein Engelbrecht (Großen-Buseck).

Die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen (Frankfurt/M.) regelt das Schriftliche (Verträge), verwaltet die Gelder und lässt die vereinbarten Leistungen regelmäßig kontrollieren. Treuhand-Prokuristin Sabrina Eggert informierte, außer Urnengräbern und Urnen-Partnergräbern seien auch Sargbestattungen möglich. Die Bepflanzung sei durchgeplant und werde saisonal ausgetauscht. Angehörige könnten jedoch Sträuße oder Gestecke mitbringen.

Christian Grölz (Inhaber Firma Wittmann) erläuterte den Grund für die nunmehr verdorrte Pflanzenpracht der Blühwiese im Hintergrund (Erweiterungsfläche für Bestattungen). Manche Friedhofsbesucher meinten, hier sei das Gießen wohl vergessen worden. Tatsächlich müssten die Blühpflanzen zunächst aussamen für die nächste Generation. Zum Ende des Herbsts würden sie dann abgemäht. Pfarrer Traugott Stein (Daubringen) zog eine Verbindung. Wie man mit seinen Verstorbenen umgehe, so gestalte man auch den Friedhof. Weil der Tod ein schweres Thema sei, solle eben darum die Grabstelle besonders schön ausfallen. Die Grabpflege als solche dokumentiere das Kümmern umeinander über den Tod hinaus.

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