Neubau mit Lernlandschaften

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Staufenberg (vh). Der Kreistag hat soeben - wie berichtet - mehrheitlich zugestimmt, dass die neue gemeinsame Grundschule für Staufenberg, Mainzlar und Daubringen auf dem Gelände des ehemaligen Rewe-Marktes trotz einer Kostensteigerung gebaut werden dürfe. Ursprünglich waren dafür knapp zehn Millionen Euro angedacht. Die aktuelle Kostenschätzung des Münchner Architektenteams Hess/Talhof/Kusmierz liegt bei 14,9 Millionen Euro. Kreisschul- und Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne) war im Finanzausschuss Staufenberg eingeladen, den Sachstand zu erläutern.

Schmahl stellte fest: "Ja, es ist teuer, das ist es uns aber wert." Der anfängliche Entwurfsplan werde stückweise konkretisiert, um Auflagen ergänzt. Der Brandschutz habe etwa mehr Treppenhäuser gefordert als vorgesehen. Die Abschreibungsdauer der Schule sei auf 60 Jahre taxiert. Schmahl sagte, wenn schon gebaut werde, dann aber mit ausreichend Reserven. Das Gebäude werde vorerst dreizügig geplant mit einem Grundbedarf von zwölf Klassenräumen. Ein Raum stehe als Reserve bereit.

Vorfreude auch bei der CDU

Durch Zusammenlegen von Differenzierungsräumen könnten drei weitere Klassenzimmer entstehen. Drei sogenannte Lernlandschaften mit zentraler Lage erweiterten die Klassenräume im Bedarfsfall. Dieses pädagogische Konzept sei an der Theo-Koch-Schule Grünberg bereits verwirklicht worden und finde großes Interesse weit über die Region hinaus. In Staufenberg fänden Lernlandschaften erstmals den Weg in eine Grundschule. Schmahl erläuterte, der Neubau solle vom Raumangebot die Neuausrichtung der Inklusion berücksichtigen.

Der Schulneubau passe gestalterisch in die umliegende Häuserlandschaft, so Schmahl. Langlebiges Material werde verwendet, etwa Ziegel für die Fassade, ansonsten Sichtbeton und Holz, die Fußböden aus Linoleum. Das Gebäude werde hoch gedämmt, um die Werte eines Passivhauses zu erreichen. Jeder Raum erhalte eine separate Lüftungsanlage, die Fenster seien dennoch zu öffnen. Geheizt wird mit Fernwärme aus Staufenberg. Die Statik des Gebäudes wird eine Fotovoltaikanlage tragen können. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung soll klären ob sich deren Einbau lohnt.

Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) hätte sich im Kreistag "eine größere Rückendeckung" gewünscht. Die Mehrheitskoalition von SPD, Grünen und FW hatte sich durchgesetzt. Von der Opposition hatten die Linke und die Piraten ebenfalls zugestimmt. Gefeller findet die geplante Anbindung der Schulbusse abseits der Hauptstraße (Brunnenstraße) gelungen. Um die unvermeidlichen "Elterntaxis" zu kanalisieren, werde die Ratsstraße zur Einbahnstraße umgewidmet.

Gleichwohl im Finanzausschuss keine Abstimmung anstand, wurde allgemein mit Wohlwollen vermerkt, dass Christian Knoll für die CDU erklärte: "Wir freuen uns auch". Immerhin habe Staufenberg ein wertvolles Grundstück für den Neubau geopfert.

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