Barbara Fuchs
+
Barbara Fuchs

Nach 803 Hochzeiten in den Ruhestand

  • vonVolker Heller
    schließen

Staufenberg(vh). Am 15. August hatte Barbara Fuchs ihren letzten Arbeitstag im Rathaus Staufenberg. Nach 30 Jahren und ihrer exakt 803. Hochzeit an ebendiesem Tag gab die Standesbeamtin die Verantwortung, verliebte Paare zu vermählen, an ihren Nachfolger Christoph Lux ab. Manches Mal habe sie abends noch kurz vor dem Einschlafen darüber sinniert, ob sie denn alles richtig gemacht - formuliert - habe, sagte Fuchs anlässlich ihrer offiziellen Verabschiedung in der Stadthalle. Fuchs zeigte sich überrascht von der anwesenden Personenanzahl und dass sogar die Presse berichten würde. Bürgermeister Peter Gefeller hielt eine Rückschau auf den Werdegang der Verwaltungsfachangestellten, die nach ihrer Ausbildung beim Landkreis Gießen dort auch Verwendung fand, 1987 aber nach Staufenberg wechselte und im März 1990 zur Standesbeamtin berufen wurde. Wenn Gefeller sagte: "Sie waren die Standesbeamtin von Staufenberg", dann betonte er ausdrücklich das "die". Fuchs habe an ihrem Schreibtisch nicht nur gearbeitet, sondern gelebt, "mit Verstand, Genauigkeit, aber immer auch mit Herz und Gefühl".

Gefeller fragte sich, in wie vielen Fotoalben Fuchs wohl mit auftauche. Klar, nicht alle Trauungen hätten Bestand gehabt, "die Scheidungsrate liegt in Staufenberg im statistischen Schnitt". Von den ersten acht Trauungen 1990 bestünden heute noch zwei. Bei Trauung Nummer eins sei der Ehemann leider schon gestorben. Ein 87-jähriger Bräutigam, den Fuchs 2001 verheiratet hatte, starb nach zweieinhalb Jahren Ehe. Fuchs erinnerte sich: "Der hat mir sogar ein Küsschen gegeben". Die Liebe habe bei ihm eine große Rolle gespielt.

Gefeller erwähnte auch die "Hochzeits-Crasher"-Eheschließung eines Privatsenders auf der Burg. Die Braut habe zunächst oben ohne kommen wollen.

Er übergab Fuchs eine Bildcollage der 803. und letzten Trauung vom 15. August. Personalrats-Vorsitzender Wolfgang Melchior lenkte den Blick zurück auf einen Arbeitsplatz, "wo Freud und Leid eng beieinander liegen" (Fuchs war zuständig für Eheschließungen, Eintragungen in das Geburtenregister und Sterbefallmeldungen). Manuela Weimer überbrachte das Grußwort für die Belegschaft.

Standesbeamtin Barbara Wagner sprach für den Fachbereich III, Bürgerservice. Sie nahm es ausgesprochen locker: "Der erfahrene Fuchs wird abgelöst von einem jungen Fux". Ob sich Fuchs schon einmal die "Löffelfrage" gestellt habe. Was das sei: Nun, was man noch vorhabe, bevor man den Löffel abgebe. Fuchs stellte fest: "Es hat mir immer Spaß gemacht". Corona bringe nun alles durcheinander. "Wir wären gerne wieder aufs Schiff gegangen. Jetzt halten wir uns erstmal im Garten auf. Ich werde an euch denken." FOTO: VH

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare