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Die Exponate der Schaufenster-Ausstellung an der Stadthalle Staufenberg geben praktische Alltagstipps für mehr Klimafreundlichkeit.

Mit ganz praktischen Tipps

Staufenberg (keh). Marmeladengläser gefüllt mit Nudeln und Schrauben stehen im Schaufenster vor dem Jugendbüro der Stadthalle. Obendrüber prangt ein Schild mit der Aufschrift »Altglas wiederverwerten«. Selbstgenähte, runde Abschminkpads aus hübschen, bunten Stoffresten schmücken ebenfalls die Auslage. Daneben hängen Informationsplakate, die über nachhaltigen Konsum aufklären und praktische Tipps für ein klimafreundlicheres Leben geben.

Das alles ist Teil der Ausstellung »Alltagstipps für mehr Klimafreundlichkeit« des Bürgernetzwerks »Staufenberg-nachhaltig!«.

Nachhaltigkeit als zentrales Thema

Das Netzwerk hat sich 2019 gegründet. Seitdem setzt sich die Gruppe dafür ein, in allen Stadtteilen Staufenbergs nachhaltige Projekte anzuregen und durchzuführen. Ziel aller Aktionen ist es, das Thema Nachhaltigkeit populärer zu machen. Dabei arbeitet die Bürgerinitiative eng mit dem Klimaschutzmanager der Stadt, Fabian Wagenbach, zusammen. Dieser stellt sich und seine Aufgaben in der zweiten Hälfte des Schaufensters vor. Zusammen mit Bürgermeister Peter Gefeller hat der 36-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur nun die Schaufenster-Ausstellung eröffnet.

»Ich freue mich, die Ausstellung zum Thema Klimaschutz vorstellen zu können«, sagte Gefeller. Bei den Exponaten ginge es vor allem um die SensibilisIerung der Bürger für das Thema durch einfach umsetzbare Tipps und Tricks. Wenn man die Ratschläge befolge, könne man selbst zahlreiche Kosten, auch für Energie, einsparen. Laut Gefeller ist die Schaufenster-Ausstellung bewusst in der Vitalen Mitte aufgebaut worden - dort kämen täglich viele Leute auf ihren Einkaufstouren vorbei. »Wenn wir bis 2035 ein klimaneutrales Lumdatal haben wollen, müssen wir jetzt anfangen«, mahnte der Bürgermeister. Wenn jeder zu Hause mithelfe, sei dieses Ziel einfach zu erreichen.

Fabian Wagenbach ist eigens dafür eingestellt worden, als Klimaschutzmanager der Stadt ein Klimaschutzkonzept im Rahmen der Vorgaben des Landkreises Gießen zu entwickeln, auszubauen und umzusetzen. Seit Februar 2020 steht er den Bürgern vor allem für Fragen rund um das Thema zur Verfügung. Ebenso berät er diese sowie heimische Unternehmen über Fördergelder zur effizienteren Energiegestaltung.

»Im eigenen Haus kann man noch viel effizienter sein«, sagte er. So könne man zum Beispiel alte, undichte Fenster oder Türen austauschen, um Heizkosten zu sparen. »Jeder kann von sich aus etwas für den Klimaschutz tun. Die Schaufenster-Ausstellung soll einen Beitrag zur Aufklärung leisten«.

Zwar befinde die Welt sich aufgrund der Pandemie in einer akuten Krisensituation, man dürfe den Klimawandel jedoch nicht vergessen, warnte Wagenbach. 2015 haben fast alle Länder der Erde im Übereinkommen von Paris zugestimmt, Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg durch den menschengemachten Treibhauseffekt bis 2100 auf 1,5 Grad zu begrenzen. »Jetzt sind wir bei 1,1 Grad«, sagte er.

Gefeller drückte es deutlicher aus: »Die Amerikaner werden von uns belächelt, weil sie mit ihrem Auto zum Briefkasten fahren. Wir müssen jedoch langsam aufpassen, dass wir nicht in das gleiche Muster verfallen.«

Wasser knapp

Als abschreckendes Beispiel empfiehlt der Bürgermeister, im Hochsommer einmal eine Fahrt nach Südandalusien zu unternehmen. »Die Landschaft dort gleicht um diese Jahreszeit einer Wüste«, erzählte er. »Wenn wir nichts ändern, wird das in weniger als 50 Jahren auch auf uns zukommen«. Dann streite man sich um die wichtigste Ressource, die zunehmend immer knapper sein wird: Das Wasser.

Deswegen ging sein Lob an die Mitwirkenden von »Staufenberg-nachhaltig!«, die in Eigenarbeit und mit Eigenmitteln die Ausstellung auf die Beine gestellt haben. »Wenn man nichts macht, hat man schon verloren«, resümierte der Bürgermeister die Arbeit des Bürgernetzwerkes für mehr Klimafreundlichkeit.

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