Meditativer Abendgottesdienst zum Jahreswechsel in Treis

Staufenberg (vh). Die evangelische Kirchengemeinde Treis kämpfte , bot an Silvester um 18 Uhr die letzte Ausgabe eines meditativen Abendgottesdienstes für dieses Jahr auf – Thema »Wir haben hier keine bleibende Stadt – und verzeichnete prompt ein volles Gotteshaus.

Pfarrer Andreas Lenz fand das toll. Das Angebot des meditativen Abendgottesdienstes mit seiner den Kirchentagen nachempfundenen Liturgie, wurde 2012 eingeführt und soll im Gegensatz zu den traditionellen »Sternstunden« kürzer und bescheidener sein. Zum Jahresschluss gab es die Ausnahme, so dass fast eine »Sternstunde« daraus wurde. Insgeheim hatten die Gäste wohl damit gerechnet. Eingangs erklang »Highland Cathedral«, der populäre Dudelsack-Klassiker von 1982, mit Carsten Röhrscheid (Trompete) und Daniela Werner (Orgel) auf der Empore.

Pfarrer Lenz dankte den Mitwirkenden für die hohe Beteiligung am Abendgottesdienst. Simone Lenk-Geißler sah in den wenigen Stunden vor Mitternacht die Schwelle eines neuen Jahres, durch die man ginge wie eine Tür »mit Bildern in uns«. Thorsten Plutta trug eine Geschichte namens »Silvestergeist« vor. Offenbar selber geschrieben und vielleicht inspiriert von der »Weihnachtsgeschichte« (»A Christmas Carol« aus dem Jahr 1843) von Charles Dickens. Bei Dickens erscheinen dem herzlosen Geschäftemacher Ebenezer Scrooge verschiedene Geister, damit er seine Verfehlungen erkenne und sich fortan ändere.

Auch Pluttas Silvestergeist hat einen Job zu erledigen, nämlich an Verfehlungen in Form nicht eingehaltener Vorsätze aus dem Vorjahr zu erinnern. Daher empfiehlt der Geschichtenerzähler, heute mal nicht allzuviel aufzutragen. Plutta augenzwinkernd: »Wenn nicht um eurer selbst Willen, dann wegen des Silvestergeistes«.

Das Collegium Vocale Kirchberg griff das Gottesdienst-Thema auf: Den 6. Satz aus dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms »Denn wir haben hier keine bleibende Stadt«. Pfarrer Lenz brachte die Jahreslosung für 2013 der evangelischen Kirche ins Gespräch. Eben genau jene Worte: »Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir« (Hebräerbrief, Kapitel 13, Vers 14). Neben all den Jahresrückblicken in Zeitungen und Medien seien es doch vielmehr die persönlichen Geschichten eines jeden, die wirklich interessierten. Leben sei ein Suchen. Und das selbst im hohen Alter noch. Jedoch sei das Suchen nach dem Zukünftigen in den zurückliegenden Jahrzehnten allzu sehr privatisiert worden. Lenz redete den Gemeinschaftserfahrungen das Wort. Dafür stehe auch der Runde Tisch, den die evangelischen Kirchengemeinde 2012 initiierte.

Erwin Heyer vom Kirchenchor rückte gesanglich den »Blues« von Konstantin Wecker in den Vordergrund. Musikalische Begleitung von Daniela Werner (E-Piano), Manfred Klein (Saxophon) und Carsten Röhrscheid (Trompete). Vom evangelischen Kirchenchor erklang noch einmal der sechste Satz aus Brahms’ Requiem. Abschließend interpretierten Werner (Orgel) und Röhrscheid (Trompete) auf der Empore das »Air« von Denis Bédard.

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