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Die sehr aufwendige Modenschau unter dem Motto Kirchenmode im Wandel der Zeit.

Langer Weg zum ersten Spatenstich

  • VonVolker Heller
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Staufenberg (vh). Die evangelische Kirche Daubringen hätte bereits im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Wegen Corona musste man das Kirchenfest verschieben. Am Sonntag war es nun so weit. Zum Festgottesdienst begrüßte Pfarrer Traugott Stein Gemeindemitglieder und Gäste.

Das Jubiläum stehe unter dem Motto »Kirche im Wandel der Zeit«. Aktuell bedeutet das sinkende Mitgliederzahlen und somit Steuereinnahmen. Schlagworte wie Verkündigungsdienst oder Großdekanat Gießener Land, alles dem Finanzmangel geschuldete Sparmaßnahmen, werde man künftig öfter hören, sagte Stein.

Historische Modenschau

Vor 50 Jahren hätten weder Geld noch Motivation gefehlt. Zur damaligen Grundeinstellung wusste Stein, »es geht aufwärts«. Daubringer Straßenzüge hätten sich gegenseitig überboten im Spendensammeln für das neue Gotteshaus. Der Pfarrer fragte rhetorisch, »was ist eigentlich Kirche. Was denken Leute darüber«. Er gab eine Vielzahl Definitionen, darunter jene: »Das sind wir, jeder Einzelne«, und schlussfolgerte zugleich: »Wir werden immer weniger«. Jedenfalls gab es noch genügend Kandidaten für die Wahlen zum Kirchenvorstand am 13. Juni.

Der bisherige Kirchenvorstand wurde nun offiziell verabschiedet, der neue verpflichtet. Urkunden und Geschenke lagen bereit zum Mitnehmen. An der Liturgie beteiligt waren die neue Pfarrerin für Staufenberg/Mainzlar, Sarah Kiefer, Vakanzvertretung Pfarrer Günter Schäfer (wird am 31. Oktober verabschiedet), der Posaunenchor Daubringen (Leitung Friedhelm Schäfer), Mitglieder des kleinen Chores der Harmonie Daubringen (Leitung Peter Schmitt), Dekanatskantorin Daniela Werner (Kirchenorgel) sowie Heike Töllich und Peter Schmitt als Gesangsduo (»Du bist da«, »Großer Gott, wir loben Dich«).

Pfarrer Stein hatte sich die Aufzählung aller Offiziellen gespart und einfach »alle« willkommen geheißen. Die Ausnahme war Langzeit-Küsterin Erna Preis. Sie wurde im Dezember 2018 nach 42 Dienstjahren verabschiedet.

Nach dem Schlusssegen schlenderte man hinaus in den Kirchgarten und auf die angrenzende Terrasse des Kulturcafés. Zur Mittagszeit gab es Pizza aus dem Holzofen. Mit Liebe gebacken vom Ehepaar Sabine und Dieter Vogel und dem übrigen Pizzateam. Auch Kaffee und Kuchen fehlten nicht. Spielgeräte verhinderten Langeweile bei den Kindern.

Der Gießener Architekt Gerd Römer hielt einen Vortrag zur kirchlichen Baugeschichte. Zum Jahresbeginn 1965 nahm der Kirchbauverein seine Arbeit auf und engagierte Römer für einen Vorentwurf. Auf die Kirchengemeinde kam ein finanzieller Eigenanteil zu. Alle 1400 Gemeindemitglieder erhielten die Mitgliederliste für den Kirchbauverein vorgelegt. Neben Mitgliedsbeiträgen erwiesen sich die vom Pfarrer erwähnten Spendensammlungen als nützlich. Das 650 000 Mark teure Bauprojekt geriet zur Geduldsprobe bis zum ersten Spatenstich am 7. Oktober 1968 und der offiziellen Einweihungsfeier am 12. Juli 1970.

Den Jubiläumsschluss machte eine sehr aufwendig gestaltete Modenschau unter dem Motto »Kirchenmode im Wandel der Zeiten«. Zu sehen gab es beispielsweise Braut-, Konfirmations- oder Hochzeitskleider und die entsprechenden Kleidungsstücke für den Mann. Markus Lich moderierte. Ihm zur Seite stand Heike Töllich im Brautkleid von Ursula Lich aus dem Jahr 1968. Lich: »So zart geschnitten wie die Trägerin - damals«.

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