Langer Atem zahlt sich aus

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"Freie Fahrt bis Londorf": So titelte die GAZ in ihrer Samstagausgabe zur Vorstellung der Kosten-Nutzen-Untersuchung bezüglich einer Reaktivierung der Lumdatalbahn. Am Wochenende hat der Lumdatalbahn-Verein Stellung zur aktuellen Entwicklung bezogen.

"Freie Fahrt bis Londorf": So titelte die GAZ in ihrer Samstagausgabe zur Vorstellung der Kosten-Nutzen-Untersuchung bezüglich einer Reaktivierung der Lumdatalbahn. Am Wochenende hat der Lumdatalbahn-Verein Stellung zur aktuellen Entwicklung bezogen.

Ein Fazit der Gutachter: "Die Lumdatalbahn kann am günstigsten in Betrieb genommen werden, wenn eine Kombination von Bahnen und Bussen zum Zuge kommt. Beide Verkehrsmittel sollen werktags im Stundentakt verkehren. Die Investitionskosten reduzieren sich auf rund 11 Millionen Euro, unter anderem weil die Bahnstrecke im Stundentakt weniger technische Sicherungen benötigt. Die bisherigen Konzepte waren überwiegend von einem Halbstundentakt und einer möglichst kompletten Verlagerung der Busfahrten auf die Schiene ausgegangen. Ein Betrieb ab dem Fahrplanjahr 2022/2023 ist realistisch".

Für den Lumdatalbahn-Verein und alle anderen, die teilweise über Jahrzehnte für das Vorhaben geworben haben, stellt sich die Entwicklung ausgesprochen positiv dar: "Die Kombination aus Bahn- und Busverkehr bietet die Möglichkeit, sowohl schnelle als auch möglichst umsteigefreie Verbindungen im Verkehr nach Gießen anzubieten. Die manchmal geäußerte Angst, aus den entfernteren Ortsteilen von Allendorf, Rabenau und aus der Kernstadt von Staufenberg nicht mehr direkt fahren zu können, kann man den Menschen jetzt vollständig nehmen", unterstreicht Manfred Lotz, Vorsitzender des Lumdatalbahn-Vereins. Und weiter: "Wir sind außerdem glücklich, dass auch Rabenau-Londorf und nicht nur Allendorf angeschlossen wird."

Nach Ansicht des Vereins ist das erfolgreiche Gutachten auch deshalb zustande gekommen, weil die für den ländlichen Raum wenig geeigneten offiziellen Richtlinien der Investitionskostenförderung erstmals flexibler gehandhabt werden konnten. Frühere Gutachter mussten von einer Verlagerung nahezu aller Busfahrten ausgehen, um dem Schienenverkehr einen möglichst hohen Nutzen zu bescheinigen. Mit den jetzigen Kriterien könne ein breiteres Angebot installiert werden, mit der schnellen Schiene als Grundangebot und dem feinerschließenden Bus als sinnvolle Ergänzung. "Für beides ist ein Markt vorhanden, denn die Nutzung von Bahnen und Bussen nimmt stetig zu", erklärt Lotz. Der Verein lobt Landrätin Anita Schneider, die Vertreter des Hessischen Ministeriums für Verkehr, die Nahverkehrsorganisationen RMV und ZOV-Verkehr sowie den pro Schiene engagierten Teil der Kommunalpolitik für ihr in jüngster Zeit erfreulich geschlossenes Auftreten in Sachen Lumdatalbahn. "Vor vielen anderen an die Lumdatalbahn geglaubt hatten insbesondere die langjährigen Bürgermeister von Allendorf/Lumda und Rabenau, Annette Bergen-Krause und Kurt Hillgärtner, und der langjährige LB-Aktivist Michael Laux mit seinem Team, die dafür gesorgt haben, dass die Strecke sich in einem guten Stand befindet", schreibt Lotz. Aber auch innerhalb und außerhalb des Lumdatalbahn-Vereins gibt es ausgesprochen engagierte Menschen, die teilweise seit Jahrzehnten auf den Reaktivierungsbeschluss hingearbeitet haben. Ganz wenige Aktive haben die Lumdatalbahn seit Beginn der 1990er Jahre so gut es ging gepflegt und erhalten, ermöglicht durch die beispiellose Aktion der Lumdatalbahn AG, Geld zu sammeln und in den Streckenerhalt sowie die ersten Gutachten zu investieren. Lotz: "Unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben es erst möglich gemacht, dass die Verantwortlichen heute auf einen weitgehend intakten Verkehrsweg zurückgreifen können".

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