Kritik an Gefeller reißt nicht ab

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Staufenberg (pm). Als »Verkehrspolitik aus dem letzten Jahrtausend« bezeichneten die Fahrgastverbände Pro Bahn, Pro Bahn & Bus und der Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland die Wünsche des Staufenberger Bürgermeisters Gefeller (SPD) nach einer »Umgehungsstraße« für Treis auf der Trasse der Lumdatalbahn.

Während mittlerweile auch bei konservativen Politikern angekommen sei, dass auch auf dem Land der Nahverkehr ausgebaut werden muss und dafür Bahnstrecken wie die Lumdatalbahn oder die Horlofftalbahn reaktiviert werden sollen, wolle Gefeller immer noch weitere Straßen bauen.

Alternative: Neue Verkehrsangebote

Dabei sei längst wissenschaftlich belegt, dass neue Straßen nur neuen Verkehr anziehen. Dafür den ökologisch sinnvollsten Verkehrsweg Schiene zu opfern, sei ein völlig falscher Ansatz, heißt es in Pressemitteilungen der Verbände. Stattdessen gelte auch für Bus und Bahn: Durch gute Angebote wird eine Nachfrage erzeugt und es findet eine Verlagerung »in sinnvolle Bahnen« statt.

Die Alternative zu mehr Straßenverkehr könne nur in neuen Verkehrsangeboten liegen. Das Fahrrad und die Bahn spielten dabei eine entscheidende Rolle für die Lösung der Verkehrsprobleme des einwohnerstarken, aber strukturschwachen Staufenberger Stadtteils Treis und des ganzen Lumdatals. Ihnen die Wege zu nehmen, wäre Verkehrspolitik, die nicht zu den notwendigen Klimazielen passe.

Eine Treis ein zweites Mal zerschneidende Autotrasse werde zudem weite Teile des Ortes zusätzlich rund um die Uhr verlärmen und durch die Einbahnstraßenregelung für zusätzlichen innerörtlichen Verkehr sorgen.

Die Fahrgastverbände nehmen die Vorstöße von Bürgermeister Gefeller zum Anlass, die führende Rolle des Landes Hessen bei der Reaktivierung und langfristigen Sicherung von Bahnstrecken zu bekräftigen. Es dürfe nicht dazu kommen, dass die Reaktivierung von Bahnstrecken durch eine einzelne Kommune blockiert wird. Eine vernünftige Bahnpolitik in der Region folge auch dem Solidarprinzip. Für Rabenau-Londorf, Allendorf/Lumda und auch für den Staufenberger Stadtteil Treis fielen die Fahrzeitverbesserungen durch die Lumdatalbahn deutlicher aus als für das untere Lumdatal. Bürgermeister Gefeller sei aber offensichtlich nicht bereit, diesen solidarischen Weg mitzugehen und stelle sich damit sowohl gegen die Linie seiner sozialdemokratischen Partei im Landkreis als auch gegen seinen grünen Bündnispartner.

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