_1KREISGIESSEN32-B_09261_4c
+
So eng wie zuletzt im Jahr 2019 geht es beim Staufenberger Krämermarkt frühestens im kommenden Jahr wieder zu, an Fronleichnam 2022. ARCHIVFOTO: VH

Krämermarkt mit Mehrweggeschirr

  • vonVolker Heller
    schließen

Staufenberg (vh). Der Finanzausschuss des Staufenberger Stadtparlaments hat jeweils einstimmig eine Marktsatzung und die Gebührensatzung für Jahrmärkte im Stadtgebiet beschlossen. Seit knapp vier Jahrzehnten feiert man anFronleichnam den Krämermarkt rund um das Stadttor in der historischen Altstadt. Gewöhnlich sind die Markstraßen um zehn Uhr morgens schon brechend voll.

Voriges Jahr fiel die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie aus. Heuer stünde die 38. Auflage kurz bevor, am 3. Juni wäre es wieder so weit gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Gießen ist aktuell zwar rückläufig, aber ein Krämermarkt mit sehr dichtem Gedränge kann natürlich erneut nicht stattfinden.

Ausschuss-Vorsitzender Reiner Mehler (SPD) erklärte zur Satzung: »Wir hatten bisher keine handhabbare Verwaltungsvorschrift«. Das neu geschaffene Regelwerk mit 19 Paragraphen und sieben Anlagen schafft nun Abhilfe.

Gebühren angehoben

Claus Waldschmidt (SPD) schlug dennoch zwei Ergänzungen vor. Gleichwohl der Staufenberger Krämermarkt mit Tieren bisher nichts am Hut hatte, befasst sich Paragraph elf der Satzung mit dem Präsentieren von lebenden Tieren. Waldschmidt vertrat die Meinung, lebende Tiere sollten auch weiterhin weder ausgestellt noch verkauft werden. Sodann sei Paragraph 15, der Zuwiderhandlungen gegen die Satzung aufliste, dahin zu ergänzen, dass ein Angebot lebendiger Tiere nicht mit dem Tierschutz übereinstimme und daher unzulässig sei. Bezüglich der Anlage fünf (Gastronomie) schlug Waldschmidt vor, im Sinne des Umweltschutzes und der Müllvermeidung bei Geschirr und Gläsern auf eine Mehrfachverwendung zu achten. Die Stadtverwaltung solle prüfen, wie man das umsetzen könne, und zwar gemeinsam mit den Vereinen.

Zu den Besonderheiten des Staufenberger Krämermarktes zählt das reichhaltige Essensangebot von Anbietern aus dem Stadtgebiet. Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) erläuterte, man habe vor Jahren schon am Mittwochabend vor dem Marktgeschehen, dann sei sehr junges Publikum anwesend, einen Versuch mit Trinkglas gemacht. Weil Glas zu Bruch gehe und eine Verletzungsgefahr darstelle, sei die Glasversion aus Versicherungsgründen aufgegeben worden.

Stattdessen habe man Plexiglasbecher ausgegeben, sagte Gefeller. Die seien bruchfest, wieder verwendbar und mit einem hohen Pfand belastet. Fortan könne man auch das Geschirr aus diesem Material anschaffen. Jedenfalls werde die Stadtverwaltung mit den beteiligten Vereinen das Gespräch suchen. Waldschmidt nannte seinen Vorschlag »ein Signal an die Öffentlichkeit«.

Bei den Marktgebühren gibt es zwei Änderungen. Die Kosten für den laufenden Meter Stand werden um einen Euro auf künftig elf Euro erhöht. Außerdem soll die nachträgliche Vergrößerung eines Stands am Markttag 22 Euro pro laufendem Meter kosten.

Die bereits vor Jahren in Zusammenarbeit mit den Vereinen ausgetüftelte Staffelgebühr (Standgebühr pro Umsatz) bleibt unverändert bestehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare