Wachstum

Knackt Staufenberg die 9000er-Marke?

  • schließen

Der jüngste Demografiebericht ist für Staufenberg erfreulich, bis 2030 wird die Bevölkerung um über drei Prozent zulegen. Vor allem liegt das daran, dass es mehr Kinder geben wird.

Es waren Zahlen, die die Stadtverordneten zum Großteil gefreut haben dürften: Die Stadt Staufenberg kann laut Prognosen des Landkreises mit einem Einwohnerwachstum in den nächsten zehn Jahren rechnen. Dr. Julien Neubert, Demografie-Beauftragter beim Landkreis, stellte in der Sitzung am Dienstag Berechnungen bezogen auf die Kommune vor: Demnach könnte Staufenberg im Jahr 2030 an der Marke von 9000 Einwohnern kratzen, Ende Juni 2018 waren es laut offizieller Statistik 8741 Einwohner. Gegenüber dem Vergleichszeitraum (2012-2016) wäre das ein Anstieg um 3,3 Prozent. Auch für die meisten anderen Kreiskommunen erwarten die Kreis-Statistiker eine positive Entwicklung im prognostizierten Zeitraum bis 2030, wobei es im Kreis-Osten einige Ausnahmen gibt.

Auch für verschiedene Altersgruppen stellte Neubert Zahlen vor. Demnach wird die Gruppe der Kinder unter drei Jahren bis 2021 leicht ansteigen, ebenso bei den Sechs- bis 14-Jährigen. Danach ist wieder mit einem leichten Rückgang zu rechnen. Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) sieht die Zahlen als Bestätigung für kürzlich getroffene "Zukunftsentscheidungen" der Kommune: Angesichts der erwarteten Zunahme von Kindern im Kleinkind- und Grundschulalter sei es richtig gewesen, den Neubau des Mehrzweckgebäudes in Daubringen samt Kindergarten sowie den gemeinsamen Grundschulstandort für Staufenberg, Mainzlar und Daubringen voranzutreiben. Für die kommenden zehn bis 15 Jahre sei Staufenberg "ganz gut aufgestellt".

Künftig mehr Menschen über 65

Die Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen wird laut Neubert in den kommenden Jahren kleiner werden (2016: 342, 2022: 278). Die 18- bis 24-Jährigen hatten von 2012 bis 2016 zumindest in Treis und Staufenberg zugenommen. "Das ist bemerkenswert, in vielen Kreiskommunen war die Entwicklung negativ", sagte Neubert. Vermutlich sei dieser Trend auch der Lage zwischen den Oberzentren Marburg und Gießen geschuldet. Für die Jahre bis 2030 geht Neubert allerdings von einem Rückgang dieser Altersgruppe aus. Einen recht kräftigen Anstieg erwartet er im Alter zwischen 27 und 40 Jahren: von 1337 (2016) auf 1545 (2030). Die Gruppe zwischen 40 und 65, laut Neubert für die Entwicklung einer Kommune auch im Bereich Ehrenamt zentral, dürfte dagegen deutlich schrumpfen. Die Altersgruppe bis 80 wird sich laut den Prognosen Stück für Stück vergrößern, die Zahl der Menschen über 80 dagegen zumindest ab 2021 abnehmen. Neben der Bevölkerungsprognose stellte Neubert auch den "Zukunftsindex" für Staufenberg vor (siehe Infokasten). Sein Fazit: Staufenberg müsse sich insgesamt keine Sorgen um die Zukunft machen. "Minuspunkte" gibt es allerdings für die Altersstruktur. Ein steigender Anteil älterer Menschen wird künftig eine große Herausforderung für die Kommunalpolitik werden, etwa mit Blick auf altersgerechten Wohnraum.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare